Tolerant beim Sex
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Europas Spinne des Jahres 2007 ist die Sandwolfspinne, auch Flussufer-Riesenwolfspinne oder Sandtarantel genannt. Sie gehört zur Familie der Wolfspinnen und ist bei fast 20 Millimeter Körperlänge mit die größte Spinnenart in Deutschland.
So gefährlich wie ihr Name klingt, ist die Wolfspinne aber nicht. Weder jagen die Tiere in Rudeln wie Wölfe, noch sind sie aggressiv. Auch beim Sex geben sie sich eher friedlich: Das Wolfspinnenweibchen frisst nämlich seinen Gatten nach der Paarung nicht – was in Spinnenehen eigentlich unüblich ist. Wie alle Wolfspinnen webt die Sandwolfspinne keine Netze, um ihre Beute zu fangen, sondern „sie überrascht ihre Opfer mit ihrer Schnelligkeit”, sagt der Spinnenexperte Martin Kreuels. Zudem hat die Sandwolfspinne acht gut ausgebildete Augen, mit denen sie nachts Laufkäfer, Heuschrecken, Fliegenlarven, aber auch andere Spinnen gut auszuspähen vermag. Sie selbst dagegen ist durch die Hell-Dunkelzeichnung kaum zu erkennen. Die Sandwolfspinne lebt an naturnahen Kies- und Sandufern von Flüssen und Seen. Da es diese Lebensräume durch die fast flächendeckende Regulierung der Fließgewässer aber kaum noch gibt, ist auch Arctosa cinerea, wie die Sandwolfspinne wissenschaftlich heißt, selten geworden. In weiten Teilen Deutschlands ist sie ausgestorben. Finden kann man sie noch an der Ostsee und an Flussabschnitten im Einzugsgebiet des Rheins oder der Elbe. Der Achtbeiner akzeptiert auch vom Menschen geschaffene Biotope wie Baggerlöcher oder Sand- und Kiesabbaustellen. „Hält man das Ufer dort offen, kann die Art in diesen Ersatzlebensräumen erhalten werden”, sagt Kreuels. Am Tage versteckt sie sich in Röhren, die sie meist unter Steinen in den sandigen Untergrund gräbt. Steigt das Wasser der Flüsse oder Seen an, verschließt die Spinne ihre Behausung und überlebt in einer Luftblase. Wird es kalt, legen die Tiere eine neue Höhle an – weit weg vom Ufer allerdings, damit sie im Winterschlaf vom Wasser unbehelligt bleiben.
von Tim Bartels
Was Sie immer schon über Spinnen wissen wollten, erfahren Sie unter
www.arages.de/about/spinnen.html

