Alternative Kraftstoffe

Benzin und fossiler Diesel werden immer teurer, Biodiesel allerdings auch. Deshalb schwört schon so mancher Autofah-rer auf reines Pflanzenöl als Kraftstoff für sein Gefährt. Auch Erdgas wird immer beliebter: Mehr als 30 000 Erdgasfahr-zeuge sind hierzulande schon unterwegs. Biodiesel oder Pflanzenöl, Erdgas oder Flüssiggas – dieses alternative Sprit-quartett konkurriert derzeit darum, Benzin und Standarddiesel den Rang abzufahren. Allerdings hat jede der Alternativen sowohl Vorteile als auch Nachteile. Die Verbraucherzentrale in Nordrhein-Westfalen kommt zum Gesamturteil: „Uneinge-schränkt empfehlenswert ist keiner der vier Kraftstoffe.”

 

Erdgas

Wer Erdgas als Antrieb favorisiert, reduziert seine Spritkosten als Benziner um die Hälfte und als Dieselfahrer um ein Drittel. Doch zunächst muss er tief in die Tasche greifen: entweder für die Umrüstung (2 500 bis 4 500 Euro) oder für den teureren Neuwagen: im Vergleich zum Benziner 3 000 Euro und zum Diesel 1 500 Euro mehr. Interessant wird der Wechsel für alle, die mehr als 20 000 Kilometer pro Jahr fahren. Denn bis 2020 gewährt der Staat Steuervorteile. Auch bietet der Markt mittlerweile ein akzeptables Angebot an optimierten Serienfahrzeugen. Erdgasfahrzeuge sind leise und stoßen deutlich weniger Kohlenmonoxide und Stickoxide aus. Die Schattenseite von Erdgas: Wer viel im Ausland unter-wegs ist, benötigt ein Auto mit zusätzlichem Benzintank, ein so genanntes bivalentes Fahrzeug. Denn nur in Deutsch-land, der Schweiz und Norditalien gibt es ausreichend Erdgastankstellen. Allein in NRW stehen 130 Stationen.

Weitere Infos: externer Hyperlink in neuem Fenster öffnen www.erdgasfahrzeuge.de

 

Flüssiggas

Das Umrüsten eines Benziners auf Flüssiggas, auch Autogas oder LPG (Liquefied Petroleum Gas) genannt, ist weniger aufwändig als auf Erdgas. Zertifizierte Fachbetriebe legen ab 1 800 Euro Hand an. Mehr als 1 000 Tankstellen in Deutschland (180 in NRW) und 11 000 in Europa sowie die günstigen Preise lassen LPG derzeit regelrecht boomen. Wehmutstropfen allerdings: Geplant ist, die bisherige Steuerbegünstigung bereits 2009 auslaufen zu lassen. Die Folge fürs Portemonnaie: 20 Cent pro Liter mehr.

Weitere Infos: externer Hyperlink in neuem Fenster öffnen www.autogastanken.de

 

Biodiesel

Aus dem alternativen Quartett lockt Biodiesel mit dem dichtesten Tankstellennetz. Doch trotz der 1 900 Zapfsäulen: Dem Sprit vom Feld gehört nicht die Zukunft. Denn Dieselneufahrzeuge, insbesondere solche mit Partikelfilter, erhalten von den Autoherstellern keine Freigabe für den Umstieg auf den aggressiven Treibstoff. Für ältere Dieselfahrzeuge mit dem Okay der Hersteller müssen einige Regeln wie beispielsweise der Austausch des Kraftstofffilters beachtet werden. Vom Umstieg auf Biodiesel profitiert auf jeden Fall die Umwelt (CO2-Bilanz, weniger Rußpartikel, kein Schwefel, biologisch abbaubar) und wegen Steuervorteilen (zumindest noch 2006) auch der Geldbeutel.

Weitere Infos: externer Hyperlink in neuem Fenster öffnen www.agqm-biodiesel.de

 

Pflanzenöl

Wie Biodiesel wird auch Pflanzenöl aus Raps gewonnen. Die Vorteile: Es stammt aus der Region, schont die Umwelt und dank der bisherigen Steuerbefreiung das Budget. Dagegen stehen als Manko auf dem Papier: Qualitätsschwankungen, eine fehlende Qualitätsnorm sowie mögliche Probleme bei Haftung und Garantie. Da ist es ratsam, sich vor der Umrüs-tung (Preise von 1 500 bis 3 000 Euro) genau nach Risiken zu erkundigen und in einer erfahrenen Fachwerkstatt beraten zu lassen. Der Nachteil fehlender Zapfsäulen – in Nordrhein-Westfalen gibt es lediglich 30 Stationen – lässt sich mit ei-nem eigenen Tank ausgleichen. Denn Pflanzenöl darf privat gelagert werden. Dazu ist weder eine Genehmigung erfor-derlich noch existieren Sicherheitsauflagen.

Weitere Infos: externer Hyperlink in neuem Fenster öffnen www.bv-pflanzenoele.de

Grundsätzlich sollte man vor einer Umrüstung klären, wer die Kosten trägt, wenn schon vorhandene Aggregate nach dem Umbau ausfallen. Denn: Die übliche Garantie des Herstellers für die Kraftstoffanlage erlischt beim Wechsel von herkömmlichem Diesel zu Pflanzenöl. Beruhigt kann nur der fahren, der vom Umrüstbetrieb eine Garantie für die betrof-fenen Komponenten bekommen hat. Ohnehin empfiehlt es sich, für die Umrüstung nur erfahrene Fachwerkstätten oder Nachrüstbetriebe mit Zertifikat anzusteuern. „Finger weg vom Schnäppchenangebot”, warnt die Verbraucherzentrale NRW. Die jeweiligen Fachverbände haben einheitliche Standards für Nachrüstbetriebe festgelegt und nennen Adressen.

 

Die Verbraucherzentrale NRW hat für Erdgas, Flüssiggas, Biodiesel und Pflanzenöl auf je einem Infoblatt Fakten, Argumente und Empfehlun-gen zusammengestellt.

Die Infoblätter erhalten Sie in den lokalen Beratungsstellen oder im Internet unter externer Hyperlink in neuem Fenster öffnen www.verbraucherzentrale-nrw.de/kraftstoffe