![]() Mykorrhizapilz |
Der Wetterstern (Astraeus hygrometricus) ist der Pilz des Jahres 2005. Mit dieser Wahl will die Deutsche Gesellschaft für Mykologie (DGfM) auf eine der bizarrsten Gestalten im Pilzreich hinweisen. Seinen Namen hat der Wetterstern von seiner früheren Bedeutung als Wetterprophet: Der Pilz wächst nämlich kugelförmig aus dem Boden von Kiefernwäldern und reißt bei feuchtem Wetter seine äußere Hülle sternförmig auf. Bei Trockenheit schließen sich die Zacken wieder. Aufgrund dieses Phänomens hat man den Astraeus Jahrhunderte lang zur Wettervorhersage benutzt.
Es fällt nicht immer leicht, einen gespreizten Wetterstern von seinen Doppelgängern aus der artenreichen Gattung der Erdsterne (Geastrum) zu unterscheiden. Neben der einzigartigen wetterfühligen Reaktion ist vor allem das leopardenfellartige Muster der Sternzacken charakteristisch. Dabei sind die Erdsterne trotz ihrer Ähnlichkeit nur entfernt mit dem Wetterstern verwandt, gehören sie doch in die genetische Verwandtschaft der Echten Korallen, während Astraeus hygrometricus es eher mit dem Steinpilz hält: Dieser und fast alle anderen Röhrlinge gehören zur gleichen Großfamilie. Untersuchungen der Pilzfarbstoffe, Besonderheiten des Pilzmyzels im Boden und jüngst auch genetische Forschungen trugen zu dieser auch für viele Fachleute überraschenden Erkenntnis bei.
Als so genannter Mykorrhizapilz lebt der Wetterstein in Symbiose mit den Wurzeln von Waldbäumen – besonders diverser Kiefernarten. Dementsprechend wertvoll ist der eigentümliche Pilz als ein Bestandteil des Ökosystems Wald auf trockeneren, meist sandigen oder aus Granitgrus aufgebauten, bodensauren Standorten. Der Wetterstern ist weltweit verbreitet, wächst in Südeuropa vielerorts in rauhen Mengen, nimmt aber nach Norden hin ab. In der Südhälfte Deutschlands ist er auf kalkarmen Böden oft anzutreffen. Und auch in Norddeutschland gedeiht Astraeus noch an vielen Orten. In sauren Kiefernbeständen und an Sonderstandorten wie wieder aufgeforsteten Abraumhalden und Weinbergen, ja sogar an Bahndämmen sind gar zeitlich begrenzte Massenvorkommen zu beobachten. Insgesamt stellen Pilzexperten allerdings für die vergangenen 25 Jahren einen Rückgang der Wetterstern-Bestände fest.
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