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Wir fahr'n, fahr'n, fahr'n … aber nie allein

Fahrgemeinschaften

Fahrgemeinschaften sind nicht nur aufgrund hoher Benzinpreise im Trend. Die Teilnehmer sparen nicht nur Geld, sondern schonen auch ihre Nerven und entlasten die Umwelt. Außerdem ist man am Ziel ausgeruhter und entspannter, mitunter gar fitter und leistungsfähiger. Wie aber findet man zusammen? Was ist am Anfang zu beachten? Ausgewiesener Experte in Fragen des gemeinsamen Fahrens ist der Bürgerservice Pendlernetz Nordrhein Westfalen. Der NRW-Mitfahrservice der Kreise, Städte und Gemeinden fördert seit knapp zwei Jahren telefonisch und via Internet die Bildung von Fahrgemeinschaften für Berufspendler und Freizeitfahrer. Zur Gründung solcher Fahrkollektive bietet das Koordinationsbüro praktische Tipps für alle.

 

Von Probezeit bis Pünktlichkeit

Aus Befragungen erprobter Mitfahrer geht hervor, dass sich die Kontakte der Teilnehmer nicht nur auf das gemeinsame Fahren beschränken. Wer zusammen fährt, spricht auch über andere Dinge, tauscht Tipps aus den unterschiedlichsten Bereichen aus – von guten Autowerkstätten bis zu Hobbys, von neuen Rezepten bis zu Urlaubszielen. Häufig bilden sich gar Freundschaften. Im Laufe der Zeit ist es für so manche Fahrgemeinde auch üblich geworden, kleine Umwege in Kauf zu nehmen, falls ein Teilnehmer beispielsweise zur Apotheke muss oder kleine Einkäufe zu erledigen hat. Bisweilen findet sich die gesamte Fahrclique zum gemeinsamen Einkauf zusammen.

Bis es aber soweit ist, so zeigt sich in der Praxis, helfen Neueinsteigern beim Start ein paar einfache Spielregeln: Grundsätzlich funktioniert eine Fahrgemeinschaft aus drei oder mehr Personen besser als zu zweit. Dann können Ausfälle durch Urlaub oder Krankheit einfacher ausgeglichen werden. Zudem hat sich herausgestellt, dass eine Probezeit empfehlenswert ist. Nach zwei Wochen, so die Erfahrung, hat man sich kennen gelernt und aufeinander eingestellt. Oder eben gemerkt, dass man nicht miteinander klarkommt und sich wieder trennen sollte.

Grundvoraussetzung für das Funktionieren einer Fahrgemeinschaft ist die Pünktlichkeit der Teilnehmer. Manche Berufspendler fürchten, nicht pünktlich ihren Arbeitsplatz zu erreichen. Dem wird aber durch verschiedene Untersuchungen widersprochen. Aus Verantwortungsgefühl gegenüber den Mitfahrern sind die Teilnehmer an Fahrgemeinschaften in der Regel sogar pünktlicher als Einzelfahrer. Unverzichtbar dabei ist die gegenseitige Erreichbarkeit per Telefon, Handy oder E-Mail, damit auf kurzfristige Änderungen reagiert werden kann – zum Beispiel bei Krankheit oder Pannen.

Zudem sollte man konkrete Wartezeiten für das Abholen vereinbaren, damit niemand zu lange vergeblich wartet, falls mal etwas schief geht. Denn: Was beim Alleinfahrer passieren kann, ist in einer Fahrgemeinschaft natürlich auch möglich. Sollte ein Auto (oder sein Fahrer) einmal streiken, fährt in einer Fahrgemeinschaft einfach jemand anderes.

 

Tipps für die Kostenkalkulation

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Sicherheit. Verkehrsexperten haben herausgefunden, dass man zusammen erheblich sicherer unterwegs ist als allein. Hat ein Mitfahrer entsprechende Bedenken, sollte er diese offen ansprechen. Eine andere Bedingung für das Funktionieren der Fahrgemeinschaft ist die faire Aufteilung der Fahrkosten. Diese Frage steht gleich zu Beginn jeder Fahrgemeinschaft an, bei der Fahrer und Mitfahrer sich nicht gleichmäßig abwechseln. Für die Berechnung der Kostenbeteiligung der Mitfahrer sind unterschiedliche Modelle denkbar. Eine Pauschale von 20 Cent pro gefahrenen Kilometer erleichtert die Kostenberechnung und deckt bei einem Klein- bis Mittelklassewagen ungefähr die Kraftstoff- und Nebenkosten ab. Geteilt durch die Anzahl von Fahrer plus Mitfahrer ergibt sie den Kostenanteil jedes einzelnen Teilnehmers der Fahrgemeinschaft. Beispiel:

Hin- und Rückweg zur Arbeitsstätte: 60 km; Teilnehmer: Fahrer plus zwei Mitfahrer; Berechnung: 60 km x 20 Cent / drei Teilnehmer = vier Euro pro Teilnehmer und Tag

 

Je mehr mitmachen, desto besser

Selbstverständlich kann die Kostenerstattung noch besser berechnet werden, wenn fahrzeugspezifische Angaben wie Wertverlust, Kapitalverzinsung, Steuer, Versicherung, Reparatur- und Wartungskosten sowie schließlich der Kraftstoffverbrauch einbezogen werden. Weitere Tipps zu Steuer-, Rechts- und Versicherungsfragen bietet die Verbraucherzentrale NRW auf der Internetseite www.nrw.pendlernetz.de. Die Bildung einer Fahrgemeinschaft über das Pendlernetz ist einfach. Je mehr mitmachen, desto besser klappt‘s. Die persönlichen Daten der registrierten Teilnehmer werden übrigens absolut vertraulich behandelt. Telefonnummer und E-Mail-Adresse beispielsweise sind nur für registrierte Nutzer zugänglich.

 

Weitere Informationen erhalten Sie im Internet unter www.nrw.pendlernetz.de • Der Service ist für das Land NRW auch telefonisch unter 0180/5805756 (12 Ct/min) erreichbar • Im Raum Stuttgart gibt es ein Pendlernetz unter www.stuttgart.de/sde/item/gen/28936.htm

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