Reif für die Insel
Jeder Reisende hat es in der Hand: Zerstöre oder schone ich die Umwelt in meinem Urlaub? „Man muss aber nicht per se ein schlechtes Gewissen haben“, sagt WWF-Tourismusexpertin Birgit Weerts. Reisen an sich sei nicht unökologisch. „Es kann sogar ein wichtiger Baustein für den Umweltschutz sein, sofern es natur- und sozialverträglich ist.“
In vielen Regionen fördert Tourismus einen schonenden Umgang mit Arten und Landschaften, schafft Arbeitsplätze für die einheimische Bevölkerung und kurbelt die regionale Wirtschaft an. Worauf jeder einzelne Urlauber achten kann, um in der schönsten Zeit des Jahres alles richtig zu machen, sagen Ihnen die 15 Reisetipps des World Wide Fund for Nature (WWF):
Vor der Abreise
1. Informieren Sie sich vor der Urlaubsplanung über naturnahe Anbieter, empfehlenswerte Reisesiegel und Tipps im Einkaufsführer „Bewusst Reisen“. Dort können Sie sich auch über umweltverträgliche Reisen zu WWF-Projekten informieren, von Bulgarien bis zur Zentralafrikanischen Republik.
2. Haben Sie sich schon entschieden? Dann überprüfen Sie die Nachhaltigkeit Ihres geplanten Urlaubs noch mit einem einfachen Öko-Check unter
www.reisekompass-online.de
3. Entscheidend für die Umweltbilanz einer Reise ist die Wahl der Verkehrsmittel. Bus und Bahn gehen vor. Ein Urlaubsflug nach Teneriffa schädigt das Klima ebenso stark wie ein Jahr Autofahren.
4. Wenn Sie fliegen müssen, dann erst ab einer Distanz von 700 Kilometern. Verzichten Sie auf Kurztrips. Der Mindestaufenthalt sollte acht Tage, ab 2 000 Kilometer 15 Tage betragen.
5. Kompensieren Sie die Emissionen Ihres Fluges. Wählen Sie dabei einen Anbieter, der nach dem so genannten Gold-Standard zertifiziert ist.
Am Reiseziel angekommen
6. Buchen Sie möglichst Unterkünfte lokaler Anbieter, zum Beispiel eine kleine Pension statt einer weltweiten Hotelkette. So bleibt ihr Geld vor Ort.
7. Nutzen Sie den Hotelservice umweltbewusst. So ist es selbstverständlich, Handtücher mehrere Tage zu benutzen. Reduzieren Sie Ihren Wasserverbrauch, vor allem im Sommer und in heißen Regionen.
8. Informieren Sie sich über öffentliche Verkehrsmittel: Nicht überall braucht man das eigene Auto oder einen Leihwagen. Linienbusse oder Fähren gibt es in vielen Regionen, mitunter ist der Transport von Fahrrädern inklusive.
9. Bevorzugen Sie Frischware aus der Region statt importierte, abgepackte Lebensmittel. Essen Sie besser in landestypischen Restaurants als in den Filialen der Fast-Food-Ketten.
10. Verzichten Sie auf den Verzehr exotischer Speisen, für die vom Aussterben bedrohte Arten sterben mussten. Beispielsweise Schildkröten, Wale, Haie oder Schlangen.
11. Nutzen Sie Angebote, bei denen Sie Natur erleben können, ohne sie zu zerstören. Etwa geführte Wanderungen oder Tierbeobachtungen in Nationalparken, Radtouren, Flussfahrten mit regionaltypischen Booten. Beachten Sie bei Mountainbiking, Wandern oder Bootsfahrten immer die örtlichen Verhaltensregeln.
12. Verzichten Sie auf Sportarten, die den örtlichen Verhältnissen nicht angemessen sind und viel Energie oder Wasser verbrauchen. Z. B. Offroadtouren, Gleitschirmfliegen in Vogelbrutgebieten oder Freeclimbing in Schutzgebieten. Meiden Sie Golfplätze in Trockengebieten oder Tennisanlagen mit Flutlichtbetrieb.
13. Achten Sie auf Hinweise zur Waldbrandgefahr. Helfen Sie mit, Feuer zu verhindern.
Bevor es nach Hause geht
14. Bedrohte Arten gehören nicht ins Gepäck. Ohne spezielle Genehmigung dürfen Sie nichts aus Krokodil-, Kaiman-, Schlangen- oder Eidechsenhaut in die EU einführen. Verzichten Sie auf Elfenbein, Wal-, Walross- oder Flusspferdzähne. Auch viele Muscheln und Schnecken sind geschützt, ebenso Holz – dazu gehören mitunter auch Räucherstäbchen. Der WWF-Souvenirführer (siehe unten) zeigt Ihnen, welche Mitbringsel erlaubt sind.
15. Fördern Sie mit dem Kauf traditioneller Handwerksprodukte die einheimische Wirtschaft.
Den Einkaufsführer Bewusst reisen erhalten Sie als PDF unter
www.wwf.de/fileadmin/fm-wwf/pdf_misc-alt/ekbesserreisen/einkaufsfuehrer_bewusst_reisen.pdf
Infos zur CO2-Kompensation finden Sie unter
www.wwf.de/themen/klimaschutz/jeder-kann-handeln/kompensation-von-emissionen/
Den Souvenirführer Augen auf beim Souvenirkauf gibt es als PDF unter
www.wwf.de/fileadmin/fm-wwf/pdf_neu/WWF_Souvenirfuehrer.pdf oder als Flyer kostenlos zu bestellen mit frankiertem Rückumschlag bei: WWF Deutschland – Souvenirführer – Rebstöcker Str. 55, 60326 Frankfurt
