Wildschweinroute

Freude an der Natur ...

... lässt sich nicht lehren - wir müssen sie mit eigenen Augen, Ohren und Händen spüren und erleben! Die Aktivgruppe "Bürger für Bürger", der Zweckverband Hochtaunus, die Stadt Neu-Anspach und das Forstamt Usingen wünschen Ihnen und Ihren Kindern eine schöne Zeit in der Landschaft des Hochtaunus.

 

Wie kommen Sie hin?

Der Naturerlebnispfad liegt in Hausen-Arnsbach, einem Stadtsteil von Neu-Anspach. Startpunkt und Ende ist die Übersichtstafel am Dorfgemeinschaftshaus/Kindergarten "Regenbogenland" in der Hauptstraße 67/69.
Mit der Bahn erreichen Sie ihn, wenn Sie an der Haltestelle "Hausen" der Taunusbahn (Regionalbahn 15 im RMV) aussteigen und Richtung Ortsmitte der Hauptstraße folgen. Mit dem Bus kommen Sie hin, wenn Sie die Linie 502 (Usingen - Königstein) nutzen und an der Haltestelle "Reuterweg" aussteigen. Von dort sind es etwa fünf Wegeminuten Richtung Dorfgemeinschaftshaus (DGH). Wenige Parkplätze sind für Autofahrer am DGH vorhanden.

Auf in's Naturerlebnis!

Liebe Eltern und Naturfreunde,

wir möchen Sie über die Möglichkeiten des "Naturerlebnispfades für Kinder" informieren. Die "Wildschwein-Route" ist so ausgewählt und gestaltet, dass sie nicht nur für Erwachsene eine angenehme und interessante Wanderung durch Wald, Feld und Flur bietet, sondern vor allem für Kinder abwechslungsreiche Erlebnisse bereithält.

Wie die Wildschwein-Mutter ihre Frischlinge auf die richtige Fährte führt, können Kindern mit ihren Eltern den Naturerlebnispfad "erschnüffeln". Das Wildschwein zeigt den Weg.

Zwölf unterschiedliche Stationen laden Sie dazu ein, gemeinsam mit den Kindern aktiv in die Natur zu schauen und sie zu durchstreifen. Die begleitenden Schautafeln geben eine Orientierung, was in den verschiedenen Lebensräumen zu erforschen und kennen zu lernen ist. Die leicht verständlichen Texte liefern interessante Informationen, und auf den ansprechenden Bildern ist schon mancherlei zu entdecken ...

Nehmen Sie sich die Zeit und geniessen Sie den Naturerlebnispfad: Rund vier Kilometer lassen sich bequem in eineinhalb bis zwei Stunden bewältigen - auch mit Kinderwagen und Fahrrad!

Der Naturerlebnispfad ist so angelegt, dass Sie ihn als Rundweg begehen können. Start und Ende der "Wildschwein-Route" ist am Dorfgemeinschaftshaus / ev. Kindergarten "Regenbogenland" Hausen-Arnsbach in der Ortsmitte der Hauptstraße

So verläuft die Wildschwein-Route

Aus der Übersichtstafel sind der Routenverlauf und die zwölf Stationen ersichtlich.

Station 1 - Malsteine

Die häufigsten Gesteinsarten des Taunus sind der harte Quarzit und der weiche Schiefer, der sich leicht einritzen lässt und so zum Malen und Schreiben geeignet ist. Generationen von ABC-Schülern lernten auf Schiefertafeln Schreiben und Rechnen. Ausprobieren lohnt sich!

Station 2 - In Hecken lebende Tiere

Über 1.000 Tierarten und mehr als 100 Pflanzenarten kann man in einer Hecke finden. Sie ist ein Lebensraum für verschiedene Vogel- und Säugetierarten, Reptilien, Insekten und Amphibien. Welche könnt Ihr entdecken?

Station 3 - Lebensraum Feuchtwiese

Auf sumpfigen Wiesen können viele Pflanzen ungestört wachsen. Besonders viele Vögel, Amphibien und zahlreiche Insektenarten fühlen sich hier heimisch.

Bitte in Ruhe beobachten und nicht betreten!

Station 4 - Mischwald

Für den Naturhaushalt ist der Mischwald wertvoll. Es ist eine stabile Waldform, die vielen Pflanzen und Tieren Lebensraum bietet. Hier sind die Baumarten Buche, Eiche, Erle, Fichte und Kiefer beschrieben.

Anhand der Schnittstellen auf den Holzstücken kann man den unterschiedlichen Holzaufbau, wie zum Beispiel die Breite der Jahresringe, das Alter und die Farbe erkennen.

Zählt doch mal nach, wie alt die Bäume sind!

Station 5 - Bachläufe - Lebensadern der Landschaft

Es gibt gute Gründe, sich für den Schutz unserer kleinen Fließgewässer einzusetzen. Nur noch ein geringer Teil aller Bäche gilt als naturnah. Zwar hat sich die Wasserqualität vieler Bäche in den letzten Jahren duch den Bau von Kläranlagen verbessert, doch wurden leider zahlreiche Bäche begradigt und betoniert. Ein natürlicher Bach schlängelt sich durch die Landschaft. Schnellfließende und fast stehende Gewässerabschnitte wechseln sich einander ab und schaffen somit wichtige Lebensräume für Pflanzen und Tiere.

Baumarten wie Esche und Erle sichern mit ihren Wurzeln die Ufer des Baches, sorgen für eine Beschattung und bieten Unterschlupf für viele Tierarten, wie Flohkrebse, Larven von Fliegen, Käfer, Schnecken und Fische. Vögel und Säugetiere trinken hier Wasser und suchen nach Nahrung.

Schaut einfach mal unter einem Stein im Bach nach und legt ihn wieder an seinen Platz zurück!

Station 6 - Vom Laich zum Frosch

Stehende Gewässer sind ein idealer Lebensraum für Molche und Frösche. Frösche schlüpfen aus Eiern (Laich), haben am Anfang keine Arme und Beine, sondern einen Schwanz. In diesem Stadium heißen sie Kaulquappen, leben unter Wasser und haben Kiemen wie Fische. Im März und April kann man die Kaulquappe beobachten. Nach zwei Monaten können die Frösche mit ihrer Lunge atmen und verlassen das Wasser. Im Sommer, wenn der Teich ausgetrocknet ist, suchen sich die Frösche in der Nähe einen anderen Lebensraum.


Station 7 - Heimische Fledermäuse

Fledermäuse sind Säugetiere mit Flughäuten. Sie sind Dämmerungs- und Nachttiere und leben vorwiegend von Isekten. Sie haben ein feines Gehör und orientieren sich durch Ultraschall.

Im Taunus wurde früher nach Silber und Blei gesucht und dafür tiefe Tunnel in den Berg gegraben, die man Stollen nennt. Hier im nicht mehr genutzten Bergwerksstollen "Gute Hoffnung" überwintern viele Tiere: Fledermäuse, Erdkröten, Feuersalamander, Molche und verschiedene Schmetterlingsarten. Im Stolleninneren sind die Tiere vor Wind, Regen und Kälte geschützt. Damit die Tiere ihre Ruhe haben, ist der Eingang mit einem Gitter gesichert.

Im Sommer könnt ihr mit einer Taschenlampe in den Stollen hinein leuchten - den Winterschlaf der Tiere aber bitte nicht stören.


Station 8 - Die Spuren der Tiere im Winter

Nicht nur im Winter bei Schnee, sondern auch an feuchten und schlammigen Stellen sind Tierspuren zu finden. Die hier aufgestellte Tafel zeigt heimische Tiere, wie Fuchs, Reh, Hirsch und Hase.

Achtet bei der weiteren Wanderung auf Spuren von Wildtieren.

Station 9 - Der Eichenstubben

Hier wird auf die vielfältigen Funktionen eines scheinbar "nutzlosen" Baumstumpfes hingewiesen. Während der so über Jahrzehnte vermodert, leben Ameisen, Würmer und Mäuse in seinem Wurzelraum. Auch Spechte und Meisen suchen an ihm Nahrung. Zahlreiche Insektenarten und deren Larven zersetzen gemeinsam mit Pilzen diesen Baumstumpf. Bitte diesen empfindlichen Lebensraum nicht zerstören.

Statio 10 - Waldameisen

Über 15.000 Ameisenarten leben auf der Welt. Ameisen bilden einen Staat, der aus 20.000 oder auch mehr als einer Million Tieren bestehen kann. Sie ernähren sich von Früchten, Blattläusesaft, Insekten, Regenwürmern, Pilzen und Grassamen. Die fleißigen Waldameisen haben eine wichtige Funktion: sie gelten als "Waldpolizei", da sie große Mengen von Schadinsekten vertilgen. Deshalb stehen sie seit über 200 Jahren unter Naturschutz. Bei uns ist zum Beispiel die "Kahlrückige Waldameise" zu finden. Wie ein Ameisenstaat funktioniert, könnt Ihr an Ort und Stelle beobachten.

Station 11 - Lebensraum Streuobstwiese

Obstwiesen sind einzigartige Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Je älter Obstbäume werden, desto wertvoller sind sie für die Natur. Herausbrechende Äste, Totholz und Höhlen bieten Lebensraum für zum Beispiel Steinkauz, Gartenrotschwanz, Fledermäuse und Siebenschläfer. Viele spezialisierte Insenktenarten brauchen diesen Lebensraum zum Überleben. Blühende Obstbäume sind eine wichtige Bienenweide. Da die Wiese meist nur zur Obsternte gemäht wird und ein Düngen nicht erforderlich ist, bleibt der Boden lange Zeit ungestört.


Station 12 - Steinhaufen und Trockenmauer

Steinhaufen und Trockenmauern werden aus Natursteinen ohne Mörtel und Zement aufgeschichtet. In ihren Ritzen und Hohlräumen leben Asseln, Spinnen, Tausendfüßler, Hummeln, Wespen, Käfer, Schnecken, Kröten und Spitzmäuse. Die Sonne heizt die Natursteine auf und hilft so den wärmeliebenden Reptilien, wie zum Beispiel den Eidechsen und der Ringelnatter, die Wärme für den ganzen Tag zu tanken. Je nach Lage der Trockenmauer siedeln sich verschiedene Pflanzenarten an, die mit ihrem Blütenreichtum viele Insekten anlocken. Trockenmauern eignen sich ideal als Grundstücksabgrenzung, zur Gestaltung des Gartens oder zur Absicherung von Terrassen oder Böschungen.

Bei sonnigem Wetter könnt Ihr euch an die scheuen Reptilien heranschleichen!


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