Neugestaltung Verkehrsbegleitgrün Adolf-Reichwein-Straße und Theodor-Heuss-Straße

    In der Adolf-Reichwein-Straße und Theodor-Heuss-Straße werden seit Ende August die Vorbereitung zur Ansaat einer artenreichen Blumenwiesen getroffen. Das Ziel der Maßnahme ist die Etablierung dauerhafter, heimischer Wildblumen als Nahrungsquelle für bedrohte Insekten wie Schmetterlinge und Wildbienen, die von dem massiven Artenschwund der letzten Jahre besonders betroffen sind.

    Die Voraussetzung für eine blütenreiche Wiese ist ein magerer, trockener und basischer Boden. Auf dem in Neu-Anspach üblichen lehmigen Böden haben die Gräser einen Standortvorteil gegenüber den Blütenpflanzen und verdrängen diese, wenn der Mensch nicht regulierend eingreift.

    Vor diesem Hintergrund wurden die Flächen entsprechend vorbereitet. Zuerst wurde der vorhandene Aufwuchs aus Bodendeckern und Unkraut abgeräumt und anschließend der nährstoffreiche Lehmboden mit den Wurzeln der vorherigen Bepflanzung ausgebaggert. Danach wurde ein mageres, wasserdurchlässiges Untersubstrate aus grobem basischem Diabasgestein eingebracht. Welches die Basis für die optimalen Standortbedingungen der Wildblumen bildet.

    Im Laufe dieser Woche werden die Wildblumenzwiebeln (Krokus, Blaustern, Schneestolz, Tulpen und Traubenhyazinthe) ausgebracht und mit einer ebenfalls mageren, basischen und wasserdurchlässigen Vegetationstragschicht überdeckt. Dieses Substrat besteht ebenfalls aus Diabasgestein, das jedoch feiner zerkleinert und mit Humus angereichert ist. Zum Schluss erfolgt die Aussaat der Wildblumenwiesenmischung auf einem hauchdünnen Bett aus reinem Humus.

    Je nach Witterung (ausreichend Wärme mit Regen) kann das Saatgut möglicherweise noch im Herbst keimen und für einen dünnen grünen Schleier sorgen. Von Februar bis April nächsten Jahres erblühen die Zwiebeln zum ersten Mal. Im ersten Jahr sind es noch wenige, da sich die Wildzwiebeln jedoch vermehren, werden es in jedem folgenden Jahr mehr Blüten sein. An die Zwiebeln schließt sich die Blüte der einjährigen Blumen wie Mohn, Kornblume und Kornrade an. Viele mehrjährige Blumen blühen erst im zweiten Jahr zum ersten Mal, so dass sich der Charakter der Flächen vom ersten zum zweiten Jahr stark verändern wird. Auch in den darauffolgenden Jahren werden sich die Blumenwiesen immer wieder verändern. Diese Veränderungen werden durch das Wetter oder andere äußere Faktoren verursacht.

    Eine Blumenwiese muss jährlich mindestens ein bis zweimal gemäht werden, denn darauf haben sich die Wiesenblumen seit Jahrhunderten angepasst. Die Mahd der Blumenwiese erfolgt gestaffelt einige Bereiche schon zur Hauptblüte im Juni und andere erst im September. Bei dem Wiesenschnitt im Juni erfolgt anschließend eine zweite Blühte. In feuchten Jahren mit starkem Aufwuchs kann sich die Zahl der Schnitte auf zwei bzw. drei erhöhen.

    Ersatzpflanzungen von Bäumen in der Adolf-Reichwein-Straße sind kurzfristig nicht möglich, da die nahegelegene Gasleitung aufwändige unterirdische Schutzmaßnahmen gegen Wurzeldruck erfordert, welche hohe Kosten verursachen.

    Foto: Blumenwiese auf Schottersubstrat im Verkehrsbegleitgrün in Rüsselsheim



    Kontakt
    Öffnungszeiten

    Bürgerbüro:
    Montag         7:00 bis 12:00 Uhr
    Dienstag       9:00 bis 18:00 Uhr
    Mittwoch      7:00 bis 12:00 Uhr
    Donnerstag  9:00 bis 18:00 Uhr
    Freitag           7:00 bis 12:00 Uhr

    Die Fachabteilungen erreichen Sie nach Vereinbarung!