ELEKTROAUTO ohne Alternative

    Emissionsfrei  -  sparsam  -  lautlos  u. bezahlbar (mit Leicht-Elektromobil)

    Öl geht demnächst zur Neige, Biomasse steht nur beschränkt zur Verfügung – es gibt keine Alternative zum Elektroauto. Wir hätten schon längst handeln müssen und können nicht auf technische Wunder warten. Der Elektroauto-Test des Landes Hessen soll zeigen, es geht – mit kleinen Einschränkungen – ohne Emissionen, ohne Feinstaub, Stickoxide und Ozon, wenn Ökostrom genutzt wird. Sparsamer sind E-Autos selbst im Lieferverkehr mit herkömmlichen (zu schweren) Fahrzeugen.

    Als Lieferwagen muss ein E-Auto ein gewisses Gewicht haben, für den Personenverkehr aber wären Leicht-Elektromobile zu fordern, da für den Verbrauch und z.B. damit verbundener Reichweite in erster Linie das Fahrzeuggewicht und nicht der Elektromotor verantwortlich ist. Da (fast) lautlos, könnten mit dem E-Auto nach Berechnungen des Umweltbundesamts fast 13 Mio Menschen von Lärm (Schlafstörungen und Gesundheitsrisiken) entlastet werden (Solarmobil 70/2008-S.11).

    Mit konsequenter Gewichtsreduktion, z.B. von 1500 kg auf 250 kg beim Leicht-Elektromobil, einer Geschwindigkeit von 85 km/h und einer Reichweite von ca.100 km bleibt Auto fahren bezahlbar (Kosten entsprechen denen eines Kleinwagens mit 6,5 Liter-Verbrauch a  1,35 Euro). Bei Leicht-Elektromobilen kosten die Batterien für 100 km Reichweite ca. 6000 Euro, für 200 km Reichweite, die man selten braucht (vgl. unten) 6000 Euro zusätzlich, bei schweren Autos schnell das dreifache und mehr. Reichweite ist keine Technik-, sondern eine Kostenfrage. Da im Durchschnitt nur 1,2 Personen im Auto sitzen, sollte das „Normalauto“ ein Zweisitzer sein, um entscheidend Gewicht zu sparen. Ist das Gewicht gering und damit auch der Verbrauch, ist auch eine Ladedauer von 1 min/km möglich, womit die Reichweite zum Aktionsradius wird.

    Die oben genannten kleinen Einschränkungen bei Reichweite und Geschwindigkeit  erscheinen  erst einmal nicht akzeptabel. Wir sind es anders gewohnt, aber welche Reichweite oder Geschwindigkeit ist eigentlich sinnvoll, wenn sie bei elektrischer Mobilität unverhältnismäßig viel Geld kostet?   „... 90 % aller täglich gefahrenen Strecken sind kürzer als 60 km“ (Solarzeitalter 4/2008-S.28). 

    Bei Geschwindigkeiten über 90 km/h steigt der Verbrauch stark an, nicht erst bei Tempo 120 oder 130. Im Rhein-Main-Gebiet gibt es aber auf Strecken bis ca. 30 km zwischen herkömmlichen Autos und E-Autos mit Höchstgeschwindigkeit 90 km/h höchstens minimale Zeitunterschiede von 2-3 Minuten, liegt doch die Durchschnittsgeschwindigkeit im Rhein-Main-Gebiet unter 50 km/h.

    Emissionsfrei – aber woher soll der Strom kommen?

    Würden alle derzeitigen Autos (ca.40 Mio) elektrisch fahren, würde sich der Stromverbrauch um ca.14% erhöhen (bei Ersatz durch Leicht-Elektromobile um ca.4%!). Nach einer anderen Berechnung würde sich bei angenommen einer Mio E-Autos bis 2020 der Stromverbrauch um 0,3% erhöhen (Solarmobil Dez.2008, S.14). Bei einem Leicht- Elektromobil („0,5 Liter-Verbrauch) kann man mit fünf m² PV-Fläche die Jahresstrommenge für 10.000 km erzeugen.

    Da E-Autos in der Regel nachts geladen werden, wird eher Strom aus Windkraft genutzt werden, für den es nachts kaum Abnehmer gibt. E-Autos können so zu Speichern werden.

    Zum Nachdenken:
    Würden wir alle auf das Drei-Liter-Auto umsteigen, würden sich Energieverbrauch und CO2-Emissionen weltweit trotzdem erhöhen, da sich die Zahl der Autos bis 2030 nach allen Voraussagen verdreifachen wird, gäbe es da nicht ein Benzinproblem …

    Text: Klaus Scheithauer

     „Mobilität beginnt im Kopf, gleichwohl
    fällt uns geistige Beweglichkeit schwer“

     G.Heilmaier, Loremo AG