Elektroautos

    Mainova AG übergibt Elektroauto an Neu-Anspach - Taunusstadt erhält Mitsubishi i-MiEV ein Jahr kostenlos

    Vorfahrt für Elektromobilität in Neu-Anspach: Bürgermeister Klaus Hoffmann erhielt am Freitag (11.3.) die Schlüssel für einen Mitsubishi i-MiEV von Alexander Zell, Leiter Konzernkommunikation der Mainova AG. Der Frankfurter Energieversorger überlässt der Taunusstadt das Elektroauto ein Jahr lang kostenlos zu Testzwecken. Der Mitsubishi i-MiEV ersetzt einen alten Benziner und soll vor allem von städtischen Mitarbeitern für Dienstfahrten genutzt werden.

    Neu-Anspachs Bürgermeister Klaus Hoffmann freute sich bei der Übergabe: "Mit der heutigen Batterie-Technologie haben E-Antriebe das Potential im alltäglichen Einsatz, eine Alternative zum Verbrennungsmotor zu werden. Schon der Mainova-E-Roller hat mich begeistert."

    Alexander Zell, Leiter Konzernkommunikation Mainova AG, sagte: "Heute gehen wir gemeinsam mit unserem Partner Neu-Anspach einen wichtigen Schritt in Richtung elektromobiler Zukunft. Wir wollen zeigen, dass Elektrofahrzeuge bereits heute alltagstauglich sind. Aus diesem Grund stellen wir Neu-Anspach kostenlos ein Elektroauto für den Alltagsbetrieb zur Verfügung."

    Bereits im vergangenen Dezember wurde im Neu-Anspacher Gewerbegebiet Am Burgweg eine Mainova-Stromtankstelle eröffnet. Die Stromtankstelle können alle Fahrer von Elektrofahrzeugen nutzen - ohne Voranmeldung und ohne Vertragsbindung. Aktiviert wird die Ladesäule mit dem Mobiltelefon, indem die kostenfreie Rufnummer auf dem Display der Zapfsäule gewählt wird. An der Stromtankstelle können zwei Elektrofahrzeuge gleichzeitig geladen werden. Die Mainova ist Betreiber der Tankstelle und bietet dort drei Jahre lang für alle Nutzer den Strom kostenfrei an.

    Für das Aufladen der Fahrzeuge an der Neu-Anspacher Stromtankstelle wird ausschließlich der Mainova-Naturstrom "Novanatur" verwendet. Dieser wird völlig ohne Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxids (CO2) in den beiden Main-Wasserkraftwerken Griesheim und Eddersheim erzeugt. An allen bestehenden und künftigen Stromtankstellen bietet die Mainova ausnahmslos "Novanatur" an. Die Mainova-Stromtankstelle hat zwei Anschlüsse - einen haushaltsüblichen Schukostecker (16 Ampere / 230 Volt) und einen für Starkstrom (32 Ampere / 400 Volt).

    Aktuell baut die Mainova AG in Frankfurt und dem Umland eine flächendeckende Stromtankstellen-Infrastruktur auf. Bis Ende 2011 sind rund 40 Mainova-Stromtankstellen geplant. Derzeit betreibt der Energieversorger allein im Frankfurter Stadtgebiet fünf öffentliche Stromtankstellen. Neben drei kombinierten Anlagen aus Parkscheinautomat und Stromtankstelle in der Frankfurter Innenstadt befinden sich zwei weitere im Parkhaus Börse und im Parkhaus P4 am Frankfurter Flughafen.

    Der Mitsubishi i-MiEV ist das erste in Deutschland erhältliche Großserienmodell mit reinem Elektroantrieb. Es handelt sich um einen alltagstauglichen 4-Sitzer mit einer Reichweite von maximal 150 Kilometern. Die Ladekapazität beträgt 16 Kilowattstunden (kWh), eine Tankfüllung mit dem Mainova-Ökostrom "Novanatur" kostet damit 3,70 Euro. Wird Ökostrom getankt, wie ihn die Mainova an allen eigenen Stromtankstellen anbietet, fährt der Mitsubishi i-MiEV vollkommen emissionsfrei.

    Weitere Informationen zur Mainova AG und zum Thema Elektromobilität finden Sie im Internet unter  www.mainova.de oder auf der Aktions-Homepage  www.mobil-mit-e.de.

    Datenblatt i-MiEV

    Datenblatt Stromtankstelle













    Fotos (Quelle: Mainova AG)


    ELEKTROAUTO ohne Alternative

    Emissionsfrei  -  sparsam  -  lautlos  u. bezahlbar (mit Leicht-Elektromobil)

    Öl geht demnächst zur Neige, Biomasse steht nur beschränkt zur Verfügung – es gibt keine Alternative zum Elektroauto. Wir hätten schon längst handeln müssen und können nicht auf technische Wunder warten. Der Elektroauto-Test des Landes Hessen soll zeigen, es geht – mit kleinen Einschränkungen – ohne Emissionen, ohne Feinstaub, Stickoxide und Ozon, wenn Ökostrom genutzt wird. Sparsamer sind E-Autos selbst im Lieferverkehr mit herkömmlichen (zu schweren) Fahrzeugen.

    Als Lieferwagen muss ein E-Auto ein gewisses Gewicht haben, für den Personenverkehr aber wären Leicht-Elektromobile zu fordern, da für den Verbrauch und z.B. damit verbundener Reichweite in erster Linie das Fahrzeuggewicht und nicht der Elektromotor verantwortlich ist. Da (fast) lautlos, könnten mit dem E-Auto nach Berechnungen des Umweltbundesamts fast 13 Mio Menschen von Lärm (Schlafstörungen und Gesundheitsrisiken) entlastet werden (Solarmobil 70/2008-S.11).

    Mit konsequenter Gewichtsreduktion, z.B. von 1500 kg auf 250 kg beim Leicht-Elektromobil, einer Geschwindigkeit von 85 km/h und einer Reichweite von ca.100 km bleibt Auto fahren bezahlbar (Kosten entsprechen denen eines Kleinwagens mit 6,5 Liter-Verbrauch a  1,35 Euro). Bei Leicht-Elektromobilen kosten die Batterien für 100 km Reichweite ca. 6000 Euro, für 200 km Reichweite, die man selten braucht (vgl. unten) 6000 Euro zusätzlich, bei schweren Autos schnell das dreifache und mehr. Reichweite ist keine Technik-, sondern eine Kostenfrage. Da im Durchschnitt nur 1,2 Personen im Auto sitzen, sollte das „Normalauto“ ein Zweisitzer sein, um entscheidend Gewicht zu sparen. Ist das Gewicht gering und damit auch der Verbrauch, ist auch eine Ladedauer von 1 min/km möglich, womit die Reichweite zum Aktionsradius wird.

    Die oben genannten kleinen Einschränkungen bei Reichweite und Geschwindigkeit  erscheinen  erst einmal nicht akzeptabel. Wir sind es anders gewohnt, aber welche Reichweite oder Geschwindigkeit ist eigentlich sinnvoll, wenn sie bei elektrischer Mobilität unverhältnismäßig viel Geld kostet?   „... 90 % aller täglich gefahrenen Strecken sind kürzer als 60 km“ (Solarzeitalter 4/2008-S.28). 

    Bei Geschwindigkeiten über 90 km/h steigt der Verbrauch stark an, nicht erst bei Tempo 120 oder 130. Im Rhein-Main-Gebiet gibt es aber auf Strecken bis ca. 30 km zwischen herkömmlichen Autos und E-Autos mit Höchstgeschwindigkeit 90 km/h höchstens minimale Zeitunterschiede von 2-3 Minuten, liegt doch die Durchschnittsgeschwindigkeit im Rhein-Main-Gebiet unter 50 km/h.

    Emissionsfrei – aber woher soll der Strom kommen?

    Würden alle derzeitigen Autos (ca.40 Mio) elektrisch fahren, würde sich der Stromverbrauch um ca.14% erhöhen (bei Ersatz durch Leicht-Elektromobile um ca.4%!). Nach einer anderen Berechnung würde sich bei angenommen einer Mio E-Autos bis 2020 der Stromverbrauch um 0,3% erhöhen (Solarmobil Dez.2008, S.14). Bei einem Leicht- Elektromobil („0,5 Liter-Verbrauch) kann man mit fünf m² PV-Fläche die Jahresstrommenge für 10.000 km erzeugen.

    Da E-Autos in der Regel nachts geladen werden, wird eher Strom aus Windkraft genutzt werden, für den es nachts kaum Abnehmer gibt. E-Autos können so zu Speichern werden.

    Zum Nachdenken:
    Würden wir alle auf das Drei-Liter-Auto umsteigen, würden sich Energieverbrauch und CO2-Emissionen weltweit trotzdem erhöhen, da sich die Zahl der Autos bis 2030 nach allen Voraussagen verdreifachen wird, gäbe es da nicht ein Benzinproblem …

    Text: Klaus Scheithauer

     „Mobilität beginnt im Kopf, gleichwohl
    fällt uns geistige Beweglichkeit schwer“

     G.Heilmaier, Loremo AG