Offizielle Einweihung der Nahwärmeversorgung am 28.11.2008

    Zahlreiche Abstimmungsgespräche mit Behörden, Fachbüros und Firmen,  Beschlüsse der städtischen Gremien und Genehmigungen waren erforderlich, um das Projekt „Nahwärmeversorgung im Gewerbegebiet Am Kellerborn“ zu realisieren. Ein Kraftakt für Verwaltung, Politik, Fachplaner und Firmen.

    Die Wärmeversorgung für das neue Gewerbegebiet Am Kellerborn mit seinen beiden Bauabschnitten wird überwiegend mit erneuerbaren Energien auf der Basis von Holz versorgt. Ende Juni 2008 wurde mit den Bauarbeiten für das Heizhaus mit Heizanlage und der Herstellung der Nahwärmeleitungen in der Daimlerstraße begonnen.  Ab Mitte Oktober wurde erstmals Wärme - zunächst über den Redundanz- bzw. Spitzenlast-Ölkessel mit einer Leistung von 1.100 kW - an den ersten Wärmekunden der Stadt, die Firma Adam Hall GmbH, geliefert. Danach konnte der Probelaufbetrieb der Holzheizanlage mit einer Nennwärmeleistung von 650 kW gestartet werden, der am 21.11.2008 abgeschlossen wurde. Die Wärme wird zu ca. 80 % aus der zentralen Holzheizanlage und zu ca. 20 % über den Öl-Spitzenlastkessel, der zukünftig auch auf Bioöl umgestellt werden kann, bereitgestellt. Das Nahwärmenetz wurde zunächst nur für den 1. Bauabschnitt des Gewerbegebietes und den 1. Wärmekunden hergestellt. Im Endausbau (1. und 2. Bauabschnitt des Gewerbegebietes Am Kellerborn) wird das Nahwärmenetz eine Trassenlänge von 1.032 m haben.

    Das Fachingenieurbüro ibs Energie, Ulrich Schäfer, aus Stromberg wurde für die Planung, Bauleitung und Statik beauftragt. Es betreut von Beginn an – seit Erstellung der Wirtschaftlichkeits- und Konzeptstudie – das Projekt und steht der Stadt mit Rat und Tat zur Seite.

    Mit der Bauausführung der Nahwärmeversorgung wurden folgende Firmen beauftragt:

    • Fa. ELB Leitungsbau GmbH & Co.KG aus Weilburg für die Erdarbeiten
    • Fa. Kollmer - Tiefbau, Bohr u. Sprengunternehmen GmbH aus Kirchenthumbach für das Nahwärmenetz
    • Fa. Hein und Sohn - Bauunternehmen GmbH u. Co.KG aus Wetzlar für die Rohbauarbeiten
    • Fa. Günter Höser - Heizung-Lüftung-Sanitär aus Neu-Anspach für Heizungstechnik Öl
    • Fa. Störkel - Holzhaus & Bedachungs GmbH & Co.KG aus Neu-Anspach für Zimmerarbeiten
    • Fa. Löw AG aus Bad Homburg für die Dachdeckerarbeiten
    • Fa. Thiel aus Kirburg für die Metallbauarbeiten
    • Fa. Schmid AG – Holzfeuerungen aus Glottertal für die Holzfeuerungstechnik
    • Fa. Stöckl aus Neu-Anspach für die Elektroinstallationen
    • Fa. Harald Wick aus Neu-Anspach für die Spenglerarbeiten
    • Fa. Walter aus Wehrheim für die Malerarbeiten
    • Vermessungsbüro Wolthaus aus Usingen für die Vermessungsarbeiten

    Das notwendige Holz für die Heizanlage kann aus dem Stadtwald bezogen werden. Hierfür wird ausschließlich Holz verwendet, das nachhaltig zur Verfügung steht. Für das Projekt wird zurzeit eine eigene Holzlogistik aufgebaut. Hierfür wird südlich der Sendefunkstelle ein Holzaufbereitungsplatz mit Holzhackschnitzel-Lagerhalle und Energieholz-Zwischenlager errichtet werden. Die Baugenehmigung liegt bereits vor Der Forst wird das Holz aus dem Stadtwald liefern, welches bei der Lagerhalle zu Hackschnitzeln verarbeitet wird. Von dort soll ein örtliches Unternehmen den Transport zur Heizanlage im Gewerbegebiet übernehmen. Mit den Bauarbeiten soll Anfang 2009 begonnen werden. Bis Ostern 2009 sollen eigene Holzhackschnitzel geliefert werden. Die Stadt geht davon aus, dass in 2009 weitere Gewerbegrundstücke an die Nahwärmeversorgung angeschlossen werden.

    Von der Idee bis zur Umsetzung – Gemeinsam zum Ziel

    Ausgehend von einem Prüfantrag der CDU-Fraktion waren die politischen Gremien dem Vorschlag der Verwaltung gefolgt, zunächst über eine Machbarkeitsstudie das energetische Potential und die Realisierbarkeit einer Wärmeversorgung des Gewerbegebietes Am Kellerborn mit erneuerbaren Energien untersuchen zu lassen. Die Stadt konnte im Dezember 2006 die beiden Agrarstudenten der Universität Gießen Sebastian Götz und Stefan Sagkob beauftragen, im Rahmen einer Bachelorarbeit eine Machbarkeitsstudie zu erstellen. Die Arbeit wurde der Stadt im Juni 2007 vorgelegt und in einer gemeinsamen Sondersitzung dem Gemeindevorstand (jetzt Magistrat) und den Fachausschüssen vorgestellt.

    Nachdem die Ergebnisse der Studie in einer Vorfeldberatung bei der HessenEnergie GmbH in Wiesbaden begutachtet und für umsetzbar eingestuft wurden, hat die Stadt im Juli 2007 das Fachingenieurbüro ibs Energie aus Stromberg zunächst mit der Erstellung einer Wirtschaftlichkeitsstudie beauftragt. Das Büro konnte die Konzeptstudie bereits Anfang August 2007 vorlegen. Die Studie des Fachbüros war Grundlage für die Grundsatzentscheidung in einer weiteren Sondersitzung der städtischen Gremien im August 2007 für eine Nahwärmeversorgung für das Gewerbegebiet Am Kellerborn auf der Basis von Holz. Zudem war Konsens, möglichst eine eigene Holzlogistik aufzubauen, die die Nutzung von Holz aus dem eigenen Stadtwald ermöglicht. 

    Nachdem das Fachbüro die technische Planung erstellt hatte, konnten schon im selben Monat die Förderanträge für die Bundesförderung nach dem Kreditprogramm Erneuerbare Energien bei der kfW und für die Landesförderung beim Hessischen Ministerium für Umwelt, ländlichen Raum und Verbraucherschutz über die LTH Frankfurt gestellt werden. Im November 2007 hat die Stadt von der kfW die Darlehenszusage und Gewährung des Tilgungszuschusses erhalten. Die Ausschreibung der Maßnahme durfte die Stadt allerdings erst nach Vorlage des Bewilligungsbescheides der Landesförderung Ende März 2008 vornehmen. Sowohl die Heizanlage als auch das Nahwärmenetz wurden mit Mitteln des Landes Hessen durch das Hessische Ministerium für Umwelt, ländlichen Raum und Verbraucherschutz und mit Mitteln des Bundes über die kfW gefördert.

    Die Baugenehmigung für den Neubau der Heizzentrale wurde Mitte April erteilt. Ende Juni 2008 wurde mit den Bauarbeiten für das Heizhaus mit Heizanlage und der Herstellung der Nahwärmeleitungen in der Daimlerstraße begonnen.  Ab Mitte Oktober wurde erstmals Wärme - zunächst über den Redundanz- bzw. Spitzenlast-Ölkessel - an den ersten Wärmekunden der Stadt, die Firma Adam Hall GmbH, geliefert. Danach konnte der Probelauf mit der Holzheizanlage gestartet werden, der am 21.11.2008 abgeschlossen wurde.

    Parallel dazu haben sich die städtischen Gremien mit dem Aufbau der Holzlogistik befasst. Im Mai 2008 wurde der Beschluss zur Errichtung eines Holzaufbereitungsplatzes mit Holzhackschnitzel-Lagerhalle und Energieholzzwischenlager südlich der Sendefunkstelle gefasst. So konnte umgehend der Bauantrag gestellt und die Baugenehmigung Ende Juli 2007 eingeholt werden. Anfang 2009 soll mit den Bauarbeiten begonnen werden.

    Die Wärmeversorgung für das neue Gewerbegebiet auf der Basis von Holz ist ein aktiver Beitrag zum Ressourcen- und Klimaschutz. Die Nahwärmeversorgung schafft einen Weg in eine unabhängige Energieversorgung und stärkt die regionale Wertschöpfung.

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