Der Taunus gilt als wasserarmes Mittelgebirge. Dennoch finden sich in unserer Landschaft zahlreiche interessante Gewässer.

    Zu unterscheiden sind Fließgewässer (Bachläufe) und die Stillgewässer (Seen und Teiche). Natürlicherweise kamen im Taunus Seen und Teiche kaum vor. Einzige Ausnahme bildeten die Wasserlandschaften in den breiteren Talauen, die vom Biber oder von größeren Hochwässern geschaffen wurden.

    Die meisten Bäche sind jedoch längst begradigt, die Biber seit Jahrhunderten verschwunden.

    Alle heutigen Seen und Teiche im Stadtgebiet wurden vom Menschen geschaffen. Sie werden in der Regel für die Fischerei genutzt. Wird die Fischerei nicht zu intensiv betrieben, dienen diese Gewässer auch dem Naturschutz. Frösche, Molche und Libellen sind in ihnen zu Hause.

    Die größeren Teiche, wie zum Beispiel der Grünwiesenweiher, sind eine starke Bereicherung für das Landschaftsbild. Das Element Wasser übt eine fast magische Anziehungskraft auf Besucher und Spaziergänger aus.

    Für den Naturschutz angelegter Weiher östlich des Heisterbachs.
    In dem erst 2 Jahre alten Gewässer leben bereits zahlreiche Frösche, Molche und Libellen.

    Fast unbemerkt schlängeln sich auch insgesamt 13 Bäche durch das Stadtgebiet. Davon gehören 10 zum Gewässersystem der Usa. Sie entspringen ausnahmslos im Stadtwald und fließen zunächst in den Arnsbach und in den Häuserbach. In der Westerfelder Gemarkung münden sie in die Usa, die in Neu-Anspach auch häufig als "Usbach" oder schlicht als "Us" bezeichnet wird. Die Usaquelle selbst liegt ebenfalls im Neu-Anspacher Stadtwald, oberhalb des Waldschwimmbades.

    Auch der Erlenbach, der später südöstlich von Bad Homburg in die Nidda fließt, entspringt im Neu-Anspacher Wald, oberhalb der Wintermühle. Auf seinem Weg durch unsere Gemarkung wird er noch von einem weiteren Quellbach, dem Sommerbach, gespeist.

    Der natürlichste und schönste unserer Bäche, der Aubach, verläuft entlang der Schmittener Grenze durch das Naturschutzgebiet "Weihersgrund" und mündet bei Brombach in die Weil.

    Der Zustand unserer Bachläufe ist sehr unterschiedlich zu bewerten. Wichtig ist, dass alle Bachläufe über ausnahmslos sauberes Wasser verfügen. Auf einer Skala von 1 bis 4 werden die Neu-Anspacher Bäche allesamt mit 1 oder 2 bewertet.

    Die Qualität des Wassers lässt sich aus den Lebewesen ablesen, die ihn bevölkern.

    Der Grund hierfür: Jedes Lebewesen stellt einen Mindestanspruch an den Sauerstoff, der im Wasser vorhanden sein muss. Werden anspruchsvollere Arten wie die Steinfliege oder Köcherfliegenlarven im Gewässer gefunden, kann daraus geschlossen werden, dass das Wasser sauerstoffreich ist (sogenannter "Saprobienindex"). In verschmutzten Gewässern dagegen zehren Fäulnisprozesse den Sauerstoff auf, sodass dort viele Wasserinsekten oder Fische nicht mehr überleben können. Finden sich also Arten, die mit wenig Sauerstoff auskommen, kann daraus geschlossen werden, dass das Gewässer stark verschmutzt ist.

    Fast ausnahmslos sauberes Wasser findet sich in den Neu-Anspacher Bächen. Hier die Usa bei Westerfeld.

    Neben der Wasserqualität spielt die "Strukturgüte" eine wichtige Rolle bei der Beurteilung eines Gewässers.

    In einem begradigten, mit Betonschalen ausgelegten Bach, können nur wenige Tier- und Pflanzenarten überleben. Nach den nationalen und europäischen Wassergesetzen sollen die Bachläufe dagegen in einen "naturnahen" Zustand zurückversetzt werden.

    Musterbeispiel für einen solchen naturnahen Bachlauf ist die Usa oberhalb des Ortseinganges Westerfeld. Der Bach verläuft in Kurven, seine Sohle weist eine hohe Vielfalt an Steinen auf, die Ufer sind mit heimischen Baumarten bestanden und befestigt.

    Das Falllaub von Erlen und Weiden ist eine wichtige Nahrungsgrundlage für Kleinstlebewesen im Wasser, die wiederum Nahrungsgrundlage für Libellen, Kleinfische und Salamander sind. Fehlen diese Baumarten, ist in der Regel auch kein oder nur ein vermindertes Wasserleben möglich.

    Strukturreicher Bachabschnitt der Usa bei Westerfeld. Langsame und schnell Fließgeschwindigkeiten sowie Licht und Schatten wechseln sich ab. In einem solchen Bachabschnitt leben Forellen und Flusskrebse sowie zahllose Wasserinsekten.

    Die Stadt Neu-Anspach ist bemüht, die Bachläufe nach und nach naturnäher zu gestalten. Solche "Renaturierungsmaßnahmen" sind jedoch teuer und können daher nur in kleinen Schritten verwirklicht werden.

    Teilweise sind Renaturierungen aber auch technisch nicht umsetzbar: Überall dort, wo Häuser, Abwässerkanäle oder andere Bauwerke unmittelbar an den Bach grenzen, müssen technische Verbauten oder Steinschüttungen den Bach davon abhalten, sich "selbständig" zu machen.

    Diese sogenannte "Bachunterhaltung", zu der auch der Pflegeschnitt von Ufergehölzen gehört, ist ebenfalls kostenaufwändig. Jährlich müssen im Haushalt der Stadt Neu-Anspach Mittel im fünfstelligen Bereich hierfür vorgehalten werden.

    hier geht's zur Homepage der Bachpatenschaft Oberes Eisenbachtal