Neben dem Stadtwald und den Siedlungsflächen prägt vor allem die Landwirtschaft das Gesicht unserer Landschaft.

    Während die steileren und gebirgigen Lagen unserer Stadtteile wie zu Urzeiten Wald geblieben sind, wurden bereits im Mittelalter alle für die Landwirtschaft geeigneten Flächen gerodet und in Felder und Wiesen umgewandelt.

    Das Usinger Becken gilt als landwirtschaftlicher Produktionsschwerpunkt im Hochtaunus. Grund hierfür sind die Löß-Ablagerungen auf den flacheren Gemarkungsteilen.

    Heute sind etwa 50 % der Stadtfläche der Landwirtschaft vorbehalten. Zur Zeit zählt die Stadt noch 44 landwirtschaftliche Betriebe, davon 8 im Haupterwerb. Die Zahl der Betriebe ist abnehmend. Grund hierfür ist die kritische Erwerbssituation, bedingt durch den Preisverfall bei landwirtschaftlichen Erzeugnissen.

    Die zunehmende Haltung von Pensionspferden stellt für viele Höfe die einzige Alternative dar, um noch ein angemessenes Auskommen aus der Landwirtschaft zu erzielen.

    Aufgrund der zunehmenden Pferdehaltung hat der Anteil an Wiesen und Weiden in den vergangenen Jahren stark zugenommen, während die Ackerflächen rückläufig sind.

    Die Landwirtschaft prägt das Gesicht unserer Landschaft. Die Wiesen im Stahlnheiner Grund dienen der Haltung von Rindern und Pferden.

    Für den Naturschutz ist die Landwirtschaft trotz mancher Konflikte heute ein unverzichtbarer Partner. Ohne regelmäßige Bewirtschaftung würde sich die "offene Landschaft" innerhalb weniger Jahrzehnte zu einem dichten Wald entwickeln.

    Es sind aber gerade die Übergänge von Wald zu Feld, oder die durch Heumahd offengehaltenen Wiesentäler entlang der Bäche, die die höchste Artenvielfalt beherbergen.

    Darunter befinden sich auch viele Rote-Liste-Arten.

    Insbesondere auf den Wiesenflächen nehmen viele Landwirte Förderprogramme der Landwirtschaftsverwaltung in Anspruch. Als Gegenleistung wird die Düngung der Flächen reduziert und ein späterer Mahdtermin festgelegt. Durch derartige Programme ist die Artenvielfalt auf vielen landwirtschaftlichen Flächen in den vergangenen Jahren merklich angestiegen.

    Ein typischer Bewohner feuchter Wiesengründe ist die Herbstzeitlose. Werden die Wiesen nicht regelmäßig gemäht, verschwindet die Artenvielfalt und die Wiesen werden allmählich vom Wald übernommen.