PV-Park

    Foto: F & S solar concept GmbH

    Das Luftbild zeigt alle drei Anlagenbereiche der Photovoltaik-Freiflächenanlage auf dem Gelände der Erdfunkstelle Sonnenstrom aus Neu-Anspach und Usingen

    Die größte interkommunale Photovoltaik-Freiflächenanlage im Hochtaunuskreis auf der Erdfunkstelle Usingen liefert seit über einem Jahr sauberen Strom und Einnahmen für die Städte Neu-Anspach und Usingen.

    Nachdem die planungsrechtlichen und vertraglichen Voraussetzungen geschaffen waren, konnte das Photovoltaik-Projekt in 2012 zusammen mit der Euskirchener Solarfachfirma F & S solar concept GmbH umgesetzt werden.

    Eine große Herausforderung war vor allem die Beseitigung der auf dem Gelände befindlichen Munition aus dem Zweiten Weltkrieg durch den Kampfmittelräumdienst. Rund 24 Tonnen Kriegs-Material wurde geborgen. Aber auch die mehrfachen kurzfristigen Änderungen des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes schufen einen nicht unerheblichen Zeitdruck bei der Planung und beim Bau und machten wegen des nicht abschätzbaren Risikos durch die Kampfmittelbeseitigung sogar die Pläne der Städte zunichte, selbst in die Anlagen zu investieren.

    Aber das Durchhaltevermögen der Städte und Fachwissen der Solarfirma haben sich dennoch gelohnt:

    Auf dem Gelände der Erdfunkstelle stehen nunmehr auf Neu-Anspacher und Usinger Fläche drei PV-Anlagen mit insgesamt 25.397 Modulen und einer Gesamt-Leistung von 6.203 Kilowatt-Peak (6,2 Megawatt-Peak). In der Zeit von Juni 2013 bis Juni 2014 wurden insgesamt 6.829.694 Kilowatt-Stunden Sonnenstrom eingespeist. Dadurch konnten für ein Jahr 8.497 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden. Rechnerisch wird damit für 1.951 Haushalte der Jahresstrombedarf mit Ökostrom gedeckt.

    Im nördlichen PV-Park, der auf Neu-Anspacher Gebiet östlich des Grenzweges errichtet wurde und von der Firma F & S solar concept weiter betrieben wird, wurden 10.373 Photovoltaik-Module mit einer Nennleistung von 2.489 Kilowatt-Peak installiert, wodurch von Juni 2013 bis Juni 2014 bereits 2.578.325 Kilowatt-Stunden Strom erzeugt wurden. Das erspart 3.217 Tonnen Kohlendioxid.

    Der PV-Park im Norden, der sich westlich des Weges auf Usinger Gelände befindet und von einem privaten Investor aus Usingen betrieben wird, stehen 8.124 Module mit einer Nennleistung von 1.854 Kilowatt-Peak. Hier konnten von Juni 2013 bis Juni 2014 ganze 2.156.369 Millionen Kilowatt-Stunden Strom geerntet werden.

    Auch im Süden der Erdfunkstelle befindet sich eine PV-Freiflächenanlage mit 6.900 Modulen. Die Anlage steht sowohl auf Neu-Anspacher als auch auf Usinger Fläche. Dieser Park wird ebenfalls von einem privaten Investor betrieben. Er hat eine Nennleistung von 1.759 Kilowatt-Peak und konnte im genannten Zeitraum 2.095.000 Kilowatt-Stunden Sonnenstrom produzieren, was einer CO2-Einsparung von 2.606 Tonnen entspricht.

    Dies ist bereits eine sehr gute Bilanz, was schließlich auch den Städten bei Ihren Pachteinnahmen zugutekommt. So erhielten Sie bereits im ersten Einspeisejahr 2013 neben der vereinbarten Festpacht den vertraglich vereinbarten variablen Pachtanteil, der 1,5 % / Jahr des gemäß EEG für die Stromeinspeisung Einspeiseerlöses ausmacht.

    Neu-Anspach bekam für das Haushaltsjahr 2013 für den auf Anspacher Gemarkung befindlichen Solarpark im Norden und anteilig im Süden 20.314 € Festpacht und zusätzlich 5.887,57 € variable Pacht.

    Die Betreiber gehen davon aus, dass in 2014 der variable Pachtanteil noch höher wird, da die Anlagen im ersten Einspeisejahr noch nicht in allen Monaten wegen des sukzessiven Netzanschlusses und technischen Einstellungen noch nicht ihren vollen Betrieb aufnehmen konnten. 

    Das Projekt ist ein Beitrag der Kommunen zur regionalen Wertschöpfung: Neben den Pachteinnahmen und Gewerbesteuereinnahmen für die Städte, konnten örtliche Firmen z.B. bei Ausgleichs- und Wiederherstellungsmaßnahmen eingebunden werden. Sogar der schon seit vielen Jahren auf der Erdfunkstelle ansässige Schäfer ist mit seiner Schafbeweidung ein Teil der Wertschöpfungskette.

    Auch zahlreiche Neu-Anspacher Bürger und Firmen haben in die PV-Technik investiert. Auf der Deponie Brandholz beispielsweise werden auf Initiative der Marburger Sonneninitiative drei Bürgersonnenkraftwerke auf Dächern der Betriebsgebäude betrieben. Die RMD selbst betreibt eine große Freiflächenanlage. Firmen wie Adam Hall, Gudeco und andere nutzen ihre großen Dachflächen ebenfalls, um Sonnenstrom zu ernten.

    In 2013 ging auch die Photovoltaik-Anlage auf dem neuen Rathaus in Betrieb. Mit einer Fläche von 321 m² und einer Leistung von 56,71 kWp liefert die Anlage Strom für den Eigenverbrauch. Der überschüssige Strom wird ins öffentliche Netz eingespeist.

    Alle diese Anlagen tragen zum Energiemix und Atomausstieg bei und bringen die Energiewende nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch weiter.

    Offizielle Einweihung der Photovoltaik-Freiflächenanlagen am 07. Mai 2013 auf der Erdfunkstelle

    Saubere Energie aus dem Taunus

    Die Erdfunkstelle Usingen sorgt jetzt auch für Sonnenstrom: Als interkommunales Projekt mit Vorzeigecharakter haben die Städte Neu-Anspach und Usingen den Euskirchener Solarspezialisten „F&S solar“ ausgewählt, der drei Freiland-Photovoltaikanlagen innerhalb kürzester Zeit auf städtischen Flächen realisiert hat. Die Anlagen können zusammen über 1700 Haushalte mit Ökostrom versorgen.

     Video Erdfunkstelle Usingen erhielt drei Solarparks

    Wo bislang riesige Parabolantennen Signale zwischen Erde und All austauschten, hat man jetzt auch der Sonne einen guten Empfang beschert: Auf dem städtischen Gelände im Norden der Erdfunkstelle Usingen ist ein Solarkraftwerk mit knapp 1.954,08  Kilowatt-Peak entstanden. Und noch zwei weitere Solarkraftwerke produzieren ab sofort im Hochtaunuskreis sauberen Sonnenstrom: Auf der angrenzenden Fläche der Stadt Neu-Anspach verrichtet ab sofort eine Solaranlage mit 2489,52  Kilowatt Spitzenleistung ihren Dienst. Im südlichen Teil der Erdfunkstelle wurde sowohl auf Usinger als auch auf Neu-Anspacher Fläche eine weitere Anlage mit 1759,50 Kilowatt-Peak Leistung gebaut.

    Steffen Wernard, Bürgermeister der Stadt Usingen, und sein Amtskollege Klaus Hoffmann aus der Stadt Neu-Anspach zeigten sich bei der offiziellen Eröffnung am 7. Mai 2013 hoch erfreut über das einzigartige interkommunale Projekt. „Eigentlich wollten wir die Anlagen selbst finanzieren und betreiben, aber durch die Änderungen des Erneuerbaren Energien Gesetzes war uns das zu riskant, Unternehmer haben da mehr Spielraum als Kommunen“, so der Neu-Anspacher Stadtchef.

    Verdienen werden die Städte aber trotzdem: Einerseits durch Pachtzahlungen des Anlagenbetreibers, denn das bebaute Land gehört den Städten, und andererseits durch die Steuereinnahmen. In dem Euskirchener Solarspezialisten „F&S solar“ habe man einen kompetenten Partner gefunden, der sich der schwierigen Sache professionell angenommen habe. „Ein großes Ziel rechtfertigt einen steinigen Weg“, brachte es Hoffmann auf den Punkt.

    Denn die umweltfreundlichen Kraftwerke mussten auf im wahrsten Sinne des Wortes explosivem Untergrund gebaut werden, wie Uwe Czypiorski, Technischer Geschäftsführer von „F&S solar“, den zahlreichen Pressevertretern berichtete: „Vor dem Bau musste erst einmal der Kampfmittelräumdienst das Gelände von Munition aus dem Zweiten Weltkrieg befreien, dort gab es nämlich früher einen Feldflugplatz mit Munitionsbunkern.“ Es gebe spezielle Pläne zu solchen Gebieten: Normalerweise seien diese grün mit einigen roten Störstellen, in denen verdächtiges Material vergraben sei. Auf dem vorgesehenen Gelände der Photovoltaik-Anlagen sei es leider umgekehrt gewesen: „Da war das meiste rot mit einigen grünen Stellen!“

    Ganze 24 Tonnen an altem Kriegs-Material kamen dabei wieder an die Oberfläche, wie Czypiorski sagte: „Maschinengewehre, Pistolen, jede Menge Munition, Granaten, ein komplettes Flak-Geschütz und vieles mehr.“  Das Bau-Team von „F&S“ habe teilweise parallel gearbeitet – aus Sicherheitsgründen aber immer mit mindestens 100 Metern Abstand hinter dem Trupp der Kampfmittelräumer. Auf ein bestimmtes Signal hin musste der Bautrupp das Gelände verlassen – dann sprengten die Kampfmittelräumer wieder einige ihrer brisanten Funde direkt vor Ort. Steffen Wernard: „Wir haben uns hinter verschlossenen Türen immer wieder gefragt, ob die das überhaupt hinkriegen können, denn das war ein sehr ehrgeiziges Projekt – aber sie haben das in Rekordzeit geschafft.“

    Czypiorski: „Sie können sich vorstellen, dass es auch nach der Räumung eine Menge Vertrauen brauchte, um die Pfähle für die Solarmodule fast zwei Meter tief in den Boden zu rammen.“ Doch die Mühe habe sich gelohnt: Bei Vollleistung könnten die beiden Photovoltaik-Freilandanlagen mehr als 15 Flutlicht-Anlagen wie in der Commerzbank-Arena von Eintracht Frankfurt mit Ökostrom versorgen. Damit man deren Übertragungen im Fernsehen bewundern kann, musste das Bau-Team an der Erdfunkstelle sehr umsichtig beim Kabelverlegen sein: Denn auf dem Gelände verlaufen zahlreiche Kabelstränge für TV-Übertragungen. In beiden Parks sind insgesamt 183 Kilometer Modul-Kabel sowie 14,9 Kilometer Hauptleitung verlegt.

    Wie der Technische Geschäftsführer den Gästen aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft berichtete, verrichten im Solarpark Usingen 8142 Solarmodule ihren Dienst und erzeugen jährlich annähernd zwei Millionen Kilowatt-Stunden Strom im Jahr. Dadurch können gegenüber Kohle-Verstromung mehr als 1300 Tonnen Kohlendioxid eingespart und rechnerisch 551 Haushalte mit sauberem Sonnenstrom versorgt werden.

    In Neu-Anspach sind im Norden 10373 Photovoltaikmodule installiert, wodurch jährlich knapp 2,4 Millionen Kilowatt-Stunden Strom erzeugt werden. Das erspart der Umwelt 1632 Tonnen Kohlendioxid und reicht für 676 Haushalte. Für den dritten Park, der sich im Süden des Geländes auf Usinger und Neu-Anspacher Gemarkung beider Städte befindet, wurden weitere 6900 Module aufgestellt. Czypiorski: „Dadurch werden mehr als 1200 Tonnen Kohlendioxid eingespart, der erzeugte Strom von jährlich über 1700 Kilowattstunden kann weitere 511 Haushalte mit Ökostrom versorgen.“

    Auf dem Gelände der Erdfunkstelle ist damit die größte Photovoltaikanlage im Hochtaunuskreis ans Netz gegangen. Mit insgesamt 6,2 Megawatt-Peak beträgt ihre Leistung nahezu die Hälfte dessen, was alle übrigen Solar-Anlagen des Kreises zusammengenommen leisten. Czypiorski: „Dabei sind diese Prognosen bewusst konservativ gerechnet, die tatsächliche Leistung unserer Solarparks ist durch die Auswahl hochwertiger Module und aufgrund eines besonderen Verfahrens bei Planung sowie Montage durch die Bank höher.“ Günstig sei auch die Lage mit rund 400 Höhenmetern, denn je weniger Luftschichten die Sonnenstrahlen durchdringen müssten, desto weniger Verluste gebe es.

    Unter den 28 Bewerbern der Ausschreibung ging der Solarprojektierer „F&S solar“ wohl auch wegen seiner Referenzliste als Sieger hervor: Die Euskirchener Firma hat die jeweils größte Freiland-Photovoltaikanlage der Bundesländer Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen sowie das größte auf Bunkern errichtete Sonnenkraftwerk Europas gebaut – und rund 1500 weitere Sonnenkraftwerke errichtet.

    Auf schwierigem Untergrund entstand die größte Photovoltaikanlage des Hochtaunuskreises, die Dr. Joachim-Dietrich Reinking vom Energieversorger Syna (v.l.), Klaus Hoffmann, Bürgermeister Neu-Anspach, Steffen Wernard, Bürgermeister Usingen, und Uwe Czypiorski, Technischer Geschäftsführer „F&S solar“, der Öffentlichkeit vorstellten.

    Insgesamt über 25.000 Module installierte „F&S solar“ auf dem Gelände der Erdfunkstelle. Das Gebiet gehört den Städten Neu-Anspach und Usignen.

    Bilder: Tameer Gunnar Eden/European Press Agency/epa

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