Chronologie zum Projekt

                


    Pressemeldung der Juwi energieprojekte GmbH vom 15.09.2016

    Windpark Neu-Anspach: juwi strebt für südlichste Anlage separates Genehmigungsverfahren an

    Pressemeldung der juwi Energieprojekte GmbH vom 14.09.2016

    Windpark Neu-Anspach vereint Energiewende und Naturschutz

    Verwaltungsgericht Frankfurt am Main

    Bürgerbegehren: Urteil im Namen des Volkes vom 01.07.2015

    Windmessmast auf dem Langhals wird zurückgebaut

    Spezialfirma beginnt mit Demontage des 100 Meter hohen Masts / Mehr als ein Jahr lang sammelte er wichtige Daten über die lokal vorherrschenden Windverhältnisse / Ausgleichsmaßnahmen umgesetzt

    Neu-Anspach Wind GmbH & Co. KG zieht Antrag für das geplante Windrad am Standort Langhals zurück

    Rücksichtnahme auf Luftfahrtsicherheit und Sichtbarkeit / Standort am Langhals wird überarbeitet / Genehmigungsverfahren für die anderen vier Anlagen wird fortgesetzt

    Der Langhals oberhalb von Neu-Anspach ist einer der windstärksten Bereiche im Taunus und deshalb in besonderer Weise für die Windenergie-Nutzung geeignet. Aus diesem Grund plant die Neu-Anspach Wind GmbH & Co. KG dort den Betrieb einer ihrer Anlagen. Eingriffsminimierende Planung und Rücksichtnahme prägen dabei von Beginn an das Handeln aller Beteiligten. Aus Rücksicht auf Luftfahrtsicherheit, Sichtbarkeit und Vogelschutz ändern die Projektpartner deshalb jetzt den genauen Anlagenstandort und ziehen den bereits eingereichten Genehmigungsantrag für das Windrad auf dem Langhals zurück.

    Auf dieses Vorgehen haben sich am Dienstagabend der Magistrat der Stadt Neu-Anspach sowie die Betreibergesellschaft Neu-Anspach Wind GmbH & Co. KG verständigt. Das zuständige Regierungspräsidium wurde  über die Maßnahme informiert. Vom Vorgang unberührt bleibt hingegen das Genehmigungsverfahren für die übrigen vier geplanten Windräder.

    „Wir nehmen die Luftfahrtsicherheit sehr ernst. Um speziellen Bedürfnissen beim Anflug auf den Sonderlandeplatz gerecht zu werden, überarbeiten wir aktuell die Planung für den Anlagenstandort im Bereich des Langhals. Natürlich muss auch der Vogelschutz wie in den bisherigen Planungen gewährt sein. Aus diesen Gründen nehmen wir den derzeitigen Anlagenstandort aus dem aktuellen Genehmigungsverfahren heraus“, so Thomas Broschek, Geschäftsführer der Neu-Anspach Wind GmbH & Co. KG.

    Neu-Anspachs Bürgermeister Klaus Hoffmann ergänzt: „Wir haben den neuen Sachverhalt mit dem Magistrat der Stadt erörtert und die Stadtverordneten informiert. Da das geplante Windrad am Langhals wegen seiner exponierten Lage auch das sichtbarste Windrad des gesamten Parks ist, sind wir deshalb zu dem Ergebnis gekommen, dass der bisherige Antrag beim zuständigen Regierungspräsidium vom Antragsteller zurückgezogen wird. Die Nachplanung wird wie gewohnt in enger Abstimmung mit den zuständigen Genehmigungsbehörden stattfinden.“

    Inhaltlich ist der Windpark weiter auf einem sehr guten Weg. Die Projektpartner sind deshalb weiterhin zuversichtlich, die Genehmigung für die verbleibenden vier Anlagen in einigen Wochen in den Händen halten zu können. 

    Zur juwi-Gruppe

    juwi zählt zu den weltweit führenden Spezialisten für erneuerbare Energien mit starker regionaler Präsenz und bietet Projektentwicklung sowie Produkte und Dienstleistungen rund um die Energiewende an. Unsere Vision: 100 Prozent erneuerbare Energien. Unser Antrieb: Mit Leidenschaft erneuerbare Energien wirtschaftlich und zuverlässig gemeinsam durchsetzen. juwi ist der kompetente Partner für eine nachhaltige Energieversorgung mit regionalen Schwerpunkten.

    Gegründet wurde juwi 1996 von Fred Jung und Matthias Willenbacher in Rheinland-Pfalz. Heute beschäftigt das weltweit tätige Unternehmen über 1.500 Mitarbeiter in mehr als 15 Ländern und erzielte im Jahr 2012 einen Jahresumsatz von rund einer Milliarde Euro. Zu den Geschäftsfeldern der juwi-Gruppe zählen vor allem Projekte mit Solar- und Windenergie, aber auch Lösungen für die Energieversorgung mit Strom und Wärme aus erneuerbaren Energien. Holzbrennstoffe runden das Portfolio ab.

    Bislang hat juwi im Windbereich rund 770 Windenergie-Anlagen mit einer Leistung von knapp 1.600 Megawatt an über 100 Standorten realisiert; im Solarsegment sind es mehr als 1.500 PV-Anlagen mit einer Gesamtleistung von rund 1.400 Megawatt. Diese Energieanlagen erzeugen zusammen pro Jahr rund 5,5 Milliarden Kilowattstunden Strom; das entspricht in Deutschland dem Jahresbedarf von etwa 1,5 Millionen Haushalten. Im Bioenergie-Bereich kann juwi zahlreiche Referenzen für Holzpellets-Produktionsanlagen und Biogasanlagen aufweisen. Für die Realisierung der Energieprojekte hat juwi in den vergangenen 18 Jahren insgesamt ein Investitionsvolumen von knapp sechs Milliarden Euro initiiert.

    juwi verfügt über Niederlassungen in Deutschland, Frankreich, Italien, Tschechien, Griechenland, Polen, Bulgarien, Großbritannien, Dubai, Indien, Singapur, Thailand, Südafrika, Australien, Chile, den USA und Costa Rica. In Deutschland hat juwi Regionalbüros in nahezu allen Bundesländern.


    juwi schafft Lebensraum für die Wildkatze

    Naturnahe Waldwiese und stufiger Waldinnenrand / Ausgleichsmaßnahmen für Windmessmast

    Nur ein halbes Jahr nach Aufstellung des Windmessmastes auf der Windwurffläche Langhals, werden bereits die ersten naturschutzrechtlich geforderten Ausgleichsmaßnahmen umgesetzt.

    In Zusammenarbeit mit der Unteren Naturschutzbehörde und dem Forst, hat die Firma juwi mit dem beauftragten Fachbüro, der Planungsgruppe für Natur und Landschaft aus Hungen, ein Ausgleichskonzept erstellt. Es soll helfen, naturschutzfachlich hochwertige (Wald-)-Biotoptypen mit hoher Lebensraumfunktion herzustellen. Die Maßnahmen sind insbesondere auf die Wildkatze zugeschnitten, da die Flächen innerhalb ihres Verbreitungsgebietes liegen.

    Die Wildkatze gehört zu den streng geschützten Arten und wird auf der Roten Liste der Wirbeltiere Hessens als „stark gefährdet“ eingestuft. Deutschlandweit gilt sie als gefährdet. Außerdem unterliegt sie europäischen Schutzbestimmungen (Fauna-Flora-Habitatrichtlinie). Der Lebensraum der Wildkatze, und somit auch die Nahrungsverfügbarkeit, haben sich mit dem Umbau unserer Wälder zu naturfernen Wirtschaftsforsten verkleinert. 

    Die durchgeführten Naturschutzmaßnahmen im Neu-Anspacher Stadtwald haben zum Ziel, wieder mehr Lebensräume für die Wildkatze zu schaffen. Auch andere Tierarten, die ähnliche Lebensraumansprüche haben – etwa das Rotwild – können davon profitieren. Auf diese Weise werden hochwertige naturnahe und standortangepasste Biotoptypen geschaffen. Gleichzeitig wirken sich die Maßnahmen positiv auf andere Waldbewohner, wie Greifvögel, Eulen und Blüten suchende Insekten aus. Dank der Aufwertung des Standortes werden zudem die Windwurfgefahr und Stammschäden durch Sonneneinstrahlung gemindert. Dies führt insgesamt zu einer Aufwertung des Landschaftsbildes.

    Die Maßnahmen umfassen die Entwicklung einer naturnahen Waldwiese mit einem daran angrenzenden gestuften struktur- und artenreichen Laubgehölz-Waldrand. Ein solcher wurde ebenfalls einer anderen vorhandenen kleineren Waldwiese angelegt. Mit dieser Maßnahme wird eine Übergangszone vom Wald zur offenen Landschaft hergestellt.

    Anlage einer naturnahen Waldwiese mit angrenzendem Waldrand

    Die naturnahe Waldwiese wurde auf einer Sukzessionsfläche angelegt, die inmitten eines geschlossenen Fichten- und Buchenwaldes liegt. Ein Großteil der Fläche wird zu einer Wiese umgewandelt. Auf den angrenzenden Restflächen soll ein naturnaher Waldrand als Übergang zum umgebenden Wald wachsen. Allein diese Maßnahme umfasst eine Fläche von insgesamt 4.000 Quadratmetern.

    Für die Waldwiese wurde eine Kleegrasmischung ausgebracht, bestehend aus Samen gebietsheimischer Wildgräser und Kleearten. Zusätzlich wurde ein stufiger Waldrand mit Staudensäumen und breitem Strauchmantel angelegt, in dem auch gehölzfreie Bereiche mit krautiger Vegetation integriert sind.

    Längs der Waldrandgrenzen erfolgte im Bereich der aktuell vorhandenen artenarmen Sukzessionsfläche auf ca. 7 m Breite ein Waldrandaufbau mit Gehölz- und Krautsaum. Auch heimische, standortgerechte Sträucher und Bäume, wie Weißdorn, Schlehe, Hundsrose, Pfaffenhütchen, Hasel, Hainbuche, Kirsche, Salweide, Silberweide und Aspe wurden gepflanzt. Die Gehölzpflanzung wird durch die Anlage eines rotwildsicheren Zaunes geschützt. Durch eine Änderung des Forsteinrichtungs-Werkes soll gewährleistet werden, dass die Maßnahme dauerhaft gesichert wird.

    Anlage eines stufigen Waldinnenrandes

    An anderer Stelle, auf einer bereits kleinflächig bestehenden Wiese in einem Fichtenbestand, wurde ein weiterer Gehölzsaum als Übergang zum umgebenden Wald angelegt. Er umfasst eine Fläche von rund 1.000 Quadratmetern. Auch hier wurde ein breiter Strauchmantel angelegt.

    Über den Windmessmast und die Windmessungen berichteten wir bereits in der Januar- und in der April-Ausgabe der Neu-Anspacher Nachrichten.

    Weitere Informationen zum Windpark-Neu-Anspach finden Sie wie gewohnt auf der Homepage der Stadt unter www.neu-anspach.de in der Rubrik Rathaus & Politik – Windpark.


    Beispiel für eine naturnahe Waldwiese mit angrenzendem Waldinnensaum - Foto: PNL 2006


    Eingereichtes Bürgerbegehren zur Beantragung eines Bürgerentscheides nach § 8b HGO

    Die Stadtverordnetenversammlung hatte in ihrer Sitzung am 08.04.2014 über den von der Interessengemeinschaft Bürgerbegehren „Pro Naturpark Neu-Anspach“ eingereichten Antrag auf Bürgerentscheid nach § 8b HGO beraten und beschlossen.

    In einer gemeinsamen Stellungnahme aller Fraktionen führte Stadtverordneter Hans Bruns aus:
    Wir haben heute über die Zulässigkeit eines Bürgerbegehrens gemäß § 8b, Absatz 4, Satz 2 der Hessischen Gemeindeordnung zu entscheiden. Dabei geht es nicht um die inhaltlichen Aspekte des Bürgerbegehrens, sondern ausschließlich um die rechtliche Beurteilung der Zulässigkeit. Den Stadtverordneten liegen eine umfangreiche Stellungnahme des Hessischen Städte- und Gemeindebundes vor, aber auch weitere Beurteilungen. In der Stellungnahme des HSGB werden 8 Voraussetzungen geprüft, die ein Antrag auf einen Bürgerentscheid erfüllen muss. Von diesen 8 Punkten werden durch das vorliegende Bürgerbegehren lediglich 3 formale Punkte erfüllt. Die wichtigsten inhaltlichen Voraussetzungen erfüllt der Antrag nach der eindeutigen Begutachtung durch den HSGB nicht. Wir werden uns dem mehrheitlich anschließen.

    Wir möchten aber auch eins betonen:
    Dieses Parlament ist sich bewusst, dass es inhaltlich unterschiedliche Meinungen zum Thema Windkraft in Neu-Anspach gibt. Jedes Mitglied dieses Parlaments, jede Fraktion, war, ist und bleibt offen für den sachlichen Dialog z.B. an einem RUNDEN TISCH mit den Bürgerinnen und Bürgern dieser Stadt, unabhängig davon, ob sie den Windpark befürworten oder ablehnen. Das ist geübte Praxis in Neu-Anspach und in diesem Parlament, davon werden wir nicht abrücken und dieses Angebot gilt weiterhin auch für das Thema Windkraft.

    Die Stadtverordnetenversammlung beschloss daraufhin  mit 24 gegen 5 Stimmen bei 7 Stimmenthaltungen, den Antrag auf Bürgerentscheid als nicht zulässig zu erklären und zurückzuweisen.

    Hierbei stellte die Stadtverordnetenversammlung fest, dass bezüglich des vom Magistrat nach entsprechender Beauftragung durch die Stadtverordnetenversammlung abgeschlossenen Gestattungsvertrages eine Verfristung eingetreten sei, da die Beschlussfassung am 20. Februar 2013 erfolgte und ein kassatorisches Bürgerbegehren innerhalb von 8 Wochen nach Bekanntgabe des Beschlusses erfolgen musste.

    In ihrer Beschlussfassung machte die Stadtverordnetenversammlung deutlich, dass das eingereichte Bürgerbegehren gegen die Verbotsaufstellung des § 8b Abs. 2 Ziff. 7 verstoße, hier werde verlangt einen abgeschlossenen Vertrag nicht einzuhalten und der daraus folgenden Leistungsverpflichtung nicht nachgekommen werden soll.
    Letztendlich befand die Stadtverordnetenversammlung, dass der nach § 8b Abs. 3 notwendige Kostendeckungsvorschlag nicht – auch nicht überschlägig – in einer nachvollziehbaren Höhe dargestellt sei.

    Positive Stellungnahme und Einvernehmen der Stadt zum Antrag nach § 4 Abs. 1 Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) für die Errichtung und den Betrieb von fünf Windenergieanlagen in der Stadt Neu-Anspach am 27.03.2014 beschlossen

    Keine Zustimmung zur Zulassung des vorzeitigen Beginns nach § 8a BImSchG (vorzeitige Rodungsgenehmigung), Antragsteller zieht Antrag auf vorzeitige Rodung der Flächen zurück

    Nachdem der Tagesordnungspunkt in den Fachausschüssen Anfang Februar vorberaten und mit Ausnahme der Zustimmung zu einer Zulassung des vorzeitigen Beginns (vorzeitige Rodungsgenehmigung) beschlossen wurde, hat der Antragsteller den Antrag für eine vorzeitige Rodungsgenehmigung zurückgezogen.

    In der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am 18.02.2014 wurde der Tagesordnungspunkt abgesetzt. Die Vollständigkeit der Antragsunterlagen für die von der Stadt zu vertretenden Belange wurde dem Regierungspräsidium bestätigt.

    In einer Sondersitzung am 27.03.2014 hat die Stadtverordnetenversammlung nunmehr mehrheitlich beschlossen,  dem Antrag der Neu-Anspach Wind GmbH & Co. KG für die Errichtung und den Betrieb von fünf Windenergieanlagen (WEA) des Typs Vestas V112 (Nabenhöhe 140 m, Rotordurchmesser 11 2m, Gesamthöhe 196 m, Nennleistung 3,0 MW je WEA) einschließlich der Kranstell- und Montageflächen, der parkinternen Zuwegung und parkinternen Kabeltrasse nach § 4 Abs. 1 BImSchG auf den städtischen Waldflächen im Bereich Langhals (WEA 1), Biemerberg (WEA 2), Todtenkopf (WEA 3), und Klingenberg (WEA 4 und 5) und der Eintragung von Baulasten zuzustimmen. Das Einvernehmen der Stadt nach § 35 Abs. 1 i.V.m. § 36 BauGB zu dem im BImSchG-Antrag enthaltenen Bauantrag wurde ebenfalls erteilt.

    Ferner wurde beschlossen, dass zum Schutz des Offenlandes und der landwirtschaftlichen Flächen, die regelmäßig bei der Ausweisung von Baugebieten oder Herstellung von Infrastruktureinrichtungen betroffen sind, der Festsetzung einer Walderhaltungsabgabe anstelle einer Realkompensation durch direkte Aufforstung insoweit zugestimmt wird, dass möglichst 10.000 m² über eine direkte Aufforstung und die übrigen 27.679 m² durch die Festsetzung einer Walderhaltungsabgabe ausgeglichen werden.

    Zur forstrechtlichen Kompensation im Zusammenhang mit der geplanten Errichtung des Windparks ist ein vorhabengedingter Flächenverbrauch von 3,77 ha (36.513 m² Rodungsfläche/Waldfläche und 1.166 m² in Anspruch genommene Forstfläche) auszugleichen. Die Stadt Neu-Anspach hat einen Waldanteil von 43,2 % und zählt somit zu den waldreichen Gebieten Hessens.

    Antragsteller und die Stadt sind aktuell auf der Suche nach geeigneten Flächen. Mit der Unteren Naturschutzbehörde und dem Amt für den ländlichen Raum wurden bereits verschiedene mögliche Aufforstungsflächen besichtigt, die die Fachbehörden als positiv beurteilt haben. Sämtliche Grundstücke stehen jedoch nicht im städtischen Eigentum. Die Grundstücksanfragen wurden bereits eingeleitet. Gemäß Forstgutachten soll dies als Auflage im Genehmigungsbescheid festgehalten werden.

    Unabhängig von der forstrechtlichen Kompensation können die geplanten Rodungsmaßnahmen für das Windpark-Projekt im laufenden Forstwirtschaftsjahr durch Einsparung bzw. Zurückstückstellung anderer geplanter Maßnahmen (mengenmäßig) kompensiert werden.


    Süwag steigt aus dem Windprojekt Neu-Anspach aus
    "Energiewende nur mit den Bürgern, nicht gegen sie"

    Frankfurt, 11. März 2014: Die Süwag zieht sich aus dem Bauprojekt für den Windpark in Neu-Anspach zurück.


    Windpark Neu-Anspach
    Standortbegehung bei strömendem Regen

    Stadt, juwi und Süwag informieren Bürger auf dem Langhals über Windpark

    Böiger Wind, Temperaturen nahe des Gefrierpunkts und dann begann es auch noch zu regnen. Trotz der widrigen Wetterverhältnisse war der Andrang groß: Mehr als 150 Bürgerinnen und Bürger informierten sich aus erster Hand über den Windpark Neu-Anspach und folgten der Einladung von Stadt und Betreibergesellschaft. Am Wanderheim des Taunusklubs begrüßte Bürgermeister Klaus Hoffmann die bunte Teilnehmerschar. Zu Fuß ging es im Anschluss auf den Langhals. Oben angekommen wurde schnell klar, warum dieser Standort bestens für die Windenergie-Nutzung geeignet ist: Über die exponierte Bergkuppe blies ein kräftiger Wind. Stumme Zeugen dieser Naturkraft sind vereinzelt umgekippte Fichten, die sich nun zu den bereits vorhandenen Windwurfflächen gesellen.


    Eingriffsminimierende Planung hat oberste Priorität

    „Wir nutzen ganz bewusst diese vorgeschädigten Flächen, Bestände und Schneisen, wie hier oben auf dem Langhals“, so Philip Wen, Projektverantwortlicher von Süwag. „Bei all unseren Planungen handeln wir stets eingriffsminimierend. Dadurch meiden wir ökologisch höherwertige Baumbestände.“ Ein sehr genaues Bild von dieser Planungsmaxime konnten sich die mitgewanderten Teilnehmer direkt vor Ort machen. Flatterband und Markierungspfähle mit roten Köpfen zeigten die Flächen auf, die für Fundament, Turm und Kräne temporär wie dauerhaft in Anspruch genommen werden. „Für alle fünf Anlagen benötigen wir inklusive Zuwegung dauerhaft ca. 3,65 Hektar Fläche. Das sind ca. 0,233 Prozent der rund 1.564 Hektar großen Neu-Anspacher Waldfläche“, erläuterte Wen. Hinzu kommen drei Hektar Waldfläche für die Bauarbeiten. „Diese Flächen werden nach dem Bau der Windenergie-Anlagen rekultiviert und durch ökologisch höherwertigen Lebensraum ersetzt“, so der gelernte Forstassessor. Der Holzeinschlag für den Bau der Windräder ist zudem geringer als die übliche Jahreseinschlagmenge des Forstes.

    High-Tech am Windmessmast liefert Daten im Sekundentakt

    In ihrem Vortrag erläuterte Jennifer Plate die Methodik der Windmessungen auf dem Langhals. Die Diplom-Geographin analysiert für juwi Winddaten und mögliche Standorte. „Wir messen nicht nur die Geschwindigkeiten in mehreren Höhen, sondern auch Richtung, Druck und Temperatur des Windes. Mit Hilfe umfangreicher und spezieller Lasertechnik können wir die Luftbewegungen auch noch bis in 200 Meter Höhe festhalten. Unsere exakten Messungen bilden die Windverhältnisse damit wesentlich genauer ab, als beispielsweise die TÜV-Windkarte. Deren Datengrundlage aus dem Jahr 2011 ist mittlerweile veraltet und viel zu ungenau, um damit seriöse Aussagen über die Standortqualität zu treffen“, so die Expertin. 

    Auch die Luftmessstation des Hessischen Landesamts für Umwelt und Geologie am kleinen Feldberg ist ungeeignet, um korrekte Rückschlüsse auf die Windgeschwindigkeit in Höhen bis zu 140 Metern zu ziehen. Denn von dieser wird lediglich der bodennahe Wind in zehn Metern Höhe zur Analyse der Luftqualität gemessen. Die Messergebnisse können deshalb nur die lokalen Windverhältnisse am kleinen Feldberg darstellen. „Durch Geländeeinflüsse können selbst in der näheren Umgebung völlig andere Windverhältnisse herrschen“, schreibt das Hessische Landesamt für Umwelt und Geologie auf seiner Website. 

    Wind-Expertin Plate klärt auf: „Der Wind hundert Meter über den Baumwipfeln ist sehr viel stärker als der am Boden messbare Wind. Aus diesem Grund messen wir am Langhals auch die Windgeschwindigkeit in 100m Höhe. Zusätzlich messen wir noch in 40, 60 und 80 Metern. Dadurch können wir exakt bestimmen, wie stark der Wind mit der Höhe zunimmt.“ Jeden Tag sendet ihr der Mast eine E-Mail mit den aktuellen Messergebnissen. „Bislang sind die Werte mehr als vielversprechend“, so Plate.
    Keine Gefahr für Zugvögel und Fledermäuse
    Auch zu den Themen Umweltbegutachtung und Kranichzug informierten die Projektverantwortlichen. So wurden von ornithologischen Fachgutachtern nicht nur die Brut-, Zugvögel und Fledermausvorkommen genauestens beobachtet und analysiert, sondern auch die Flugrouten der Kraniche über den Taunuskamm. Dabei zeigte sich, dass der Hauptzug der Vögel die Anlagenstandorte im Abstand von sieben Kilometern passiert. Zudem fliegen Kraniche in Höhen weit oberhalb der Rotorspitzen. Kollisionen mit den Windrädern sind deshalb nicht zu befürchten, so die Experten. 

    Das gilt auch für jene Kranichgruppe, die vor wenigen Wochen den Langhals überflog. Auch sie war weit oberhalb der Windkraft-Anlagen unterwegs. Zudem gilt der Kranich nicht als Kollisionsgefährdete Vogelart. Hierzu schreibt die staatliche Vogelschutzwarte im Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz Brandenburg: „Trotz auch nächtlicher Flugaktivität ist die Kollisionsgefährdung sehr gering“. Ein Blick in die Statistik der Vogelschutzwarte belegt: In den vergangenen 12 Jahren gab es Deutschlandweit sieben dokumentierte Kollisionen von Kranichen an Windkraft-Anlagen – bei gegenwärtig mehr als 23.000 installierten Windrädern. 

    Um das Kollisionsrisiko für den Kranich weiter zu minimieren, werden die Neu-Anspacher Windräder während der Massenzugtage im Frühjahr und Herbst bei ungünstigen Wetterlagen (Nebel, Regen und/oder starker Wind) abgeschaltet. Die Rotorblätter werden dann so ausgerichtet, dass sie parallel zur Zugrichtung der Kraniche stehen. Hierdurch werden so genannte Meide-Reaktionen der Vögel minimiert.

    Genauso verhält es sich mit dem Schutz der Fledermäuse. „Fledermäuse jagen meist in warmen, trockenen und nicht allzu windigen Nächten bis in Höhe der Baumwipfel. Liegen solche Bedingungen vor, müssen die Windräder abgeschaltet werden. So machen wir es bei fast allen unserer bisher gebauten 225 Anlagen an Waldstandorten. Wir sind immer in enger Abstimmung mit den Naturschutzbehörden“, so Florian Stein, Projektleiter bei juwi.

    Es wird keine Waldautobahnen geben

    In der anschließenden Diskussionsrunde nutzen die Gastgeber zudem die Gelegenheit, so manches Missverständnis zu korrigieren. So sei es schlicht falsch, wenn behauptet werde, die Fundamente der Windräder müssten 30 Meter tief sein, so Stein. „Richtig ist: Die Fundamente haben eine Tiefe von ungefähr vier und einen Radius von etwa 24 Meter.“ Auch seien die Transportwege lediglich vier, und nicht wie behauptet, mehr als sechs Meter breit, so Stein weiter. „Wir haben keine sechs Meter breiten Wege beantragt, und werden dies auch nicht tun, weil wir sie nicht benötigen.“ Die Betreiber des Windparks werden vielmehr auf das bestehende forstwirtschaftliche Waldwegenetz zurückgreifen können. „Wir werden die vorhandenen Wege ausbesseren und für unsere Transporte nutzen. Lediglich vereinzelt werden wir neue Stichwege anlegen und Kurvenradien vergrößern müssen“, erläuterte Stein. Eine „Waldautobahn“ werde es aber definitiv nicht geben.

    Nach drei Stunden Dauerregen war nun auch der letzte Teilnehmer endgültig durchnässt und durchgefroren. Gestärkt mit heißen Getränken vom Deutschen Roten Kreuz, ging es zurück zum Wanderheim. Trotz des schlechten Wetters habe sich der Ausflug aber gelohnt, so der Tenor der Teilnehmer. „Ich fühle mich sehr gut informiert, meine Fragen wurden detailliert beantwortet, von daher bin ich sehr zufrieden“, so eine Neu-Anspacher Bürgerin auf dem Rückmarsch. Nach den beiden Informationsveranstaltungen sowie dem Grenzgang im letzten Jahr war die Waldwanderung zu den Standorten die vierte öffentliche Veranstaltung, in der Stadt und Betreiber über den Windpark informierten. Weitere Bürgerinformationsveranstaltungen werden folgen.

    Aktuelle Informationen bekommen Sie wie gewohnt auch im Windpark ABC auf den Internetseiten der Stadt Neu-Anspach. Hier finden Sie neben den Zahlen, Daten und Fakten zum Windpark auch die neusten Veranstaltungshinweise. Besuchen Sie uns unter:
    http://www.neu-anspach.de/sv_neu_anspach/Rathaus%20&%20Politik/Windpark/

    Foto Süwag: IMG 2303:

    Freute sich über das große Interesse am Neu-Anspacher Windpark: Bürgermeister Klaus Hoffmann begrüßte die mehr als 150 Teilnehmer der Standortbegehung. Nach den beiden Informationsveranstaltungen sowie dem Grenzgang im letzten Jahr war die Waldwanderung zu den Standorten die vierte öffentliche Veranstaltung, in der Stadt und Betreiber über den Windpark informierten.

    Foto Süwag: IMG 2336:

    Sorgten auch bei peitschendem Regen für den nötigen Durchblick: (von links nach rechts) Florian Stein (juwi), Felix Wächter (juwi), Jennifer Plate (juwi), Philip Wen (Süwag) und Wiebke Hübener (juwi) informierten bei der öffentlichen Standortbegehung in Neu-Anspach.

    Windmessmast zeichnet Windgeschwindigkeiten in verschiedenen Höhen auf  
    Avifaunistische Gutachten so gut wie abgeschlossen

    Es geht voran mit dem geplanten Windpark in Neu-Anspach. Sichtbarstes Zeichen des Fortschritts ist der Windmessmast, der Mitte November 2013 im Bereich der Freifläche Langhals aufgestellt wurde. In rund 100 Metern Höhe werden zahlreiche Daten über Windgeschwindigkeiten,  Windrichtungen, Temperatur, Luftfeuchte und Luftdruck gesammelt. Die Datenerhebung wird circa ein Jahr lang dauern, bereits während der Messung werden die gewonnenen Messergebnisse ausgewertet. Danach wird der Mast zurückgebaut. 

    Die Investoren gehen mit der Aufstellung des Windmessmastes auf „…Nummer sicher“, denn trotz zweier externer Windgutachten sollen die zusätzlich mit dem Windmessmast aufgezeichneten Daten die endgültige Planungssicherheit bringen.

    Neben der Wirtschaftlichkeit nimmt die Minimierung des Eingriffs einen hohen Stellenwert bei der Projektierung ein. Bereits beim Bau des Masts wachte eine ökologische Baubegleitung über einen möglichst schonenden Eingriff. Als Ausgleich für die beim Bau des Windmessmastes beanspruchte Fläche werden in wenigen hundert Metern Entfernung eine naturnahe Waldwiese sowie ein stufiger Waldinnenrand angelegt werden.

    Auch die ornithologischen Gutachten für Brutvögel sowie die Raumnutzungsanalysen für Rotmilan und Schwarzstorch liegen bereits vor, die Erhebungen der Zugvögel und das Fledermausgutachten stehen kurz vor dem Abschluss. Diese Untersuchungen bestätigen: Von den fünf geplanten Windenergie-Anlagen im südwestlichen Bereich von Langhals bis Klingenberg wird keine erhebliche Beeinträchtigungen für Natur und Umwelt ausgehen.

    Foto juwi: Aufbau des Windmessmastes

    Foto juwi: Bauarbeiten auf der Freifläche Langhals


    Foto juwi: Die endgültige Höhe ist erreicht

    Windkraftanlagen in Neu-Anspach geplant:

    • Süwag und juwi investieren gemeinsam rund 25 Millionen Euro in den Bau und Betrieb von maximal fünf Windkraftanlagen
    • Windpark soll im Schnitt rund 35 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr erzeugen
    • Bürgerbeteiligung soll später möglich sein
    • Zweite Bürgerinformationsveranstaltung am 13. November 2013

    Neu-Anspach sagt Ja zur Windkraft. Auf städtischer Gemarkung ,südlich der L 3041, sollen sich ab Ende 2014 fünf Windkraftanlagen drehen. Das hat das Neu-Anspacher Parlament im November 2012 in seiner Grundsatzentscheidung zur Errichtung von Windkraftanlagen und Ausweisung von geeigneten Windvorrangflächen im Regionalen Flächennutzungsplan beschlossen. Die Bürger der Stadt wurden einen Monat später über das Vorhaben informiert. Danach führte die Stadt Ende vergangenen Jahres ein Interessenbekundungsverfahren durch. Im Februar 2013 entschied sich die Stadtverordnetenversammlung für die Bietergemeinschaft aus Süwag und juwi. Bürgermeister Klaus Hoffmann, Dr. Knut Zschiedrich, Vorstandsvorsitzender der Süwag Energie AG, Fred Jung, Vorstand sowie juwi-Projektleiter Florian Stein, teilten heute das weitere Vorgehen der Öffentlichkeit mit.

    „Mit der geplanten Errichtung von Windkraftanlagen im südwestlichen Bereich von Langhals, Biemerberg, Klingenberg, Polnische Köpfe und Limes wollen wir unseren Beitrag zur Energiewende leisten. Unser Ziel ist eine saubere und nachhaltige Stromerzeugung“, so Bürgermeister Hoffmann. Deshalb habe die Stadt das Interessenbekundungsverfahren durchgeführt und sich im Februar dieses Jahres für die Bietergemeinschaft aus Süwag Erneuerbare Energien GmbH (ein Tochterunternehmen der Süwag Energie AG) und der juwi Energieprojekte GmbH entschieden. Beide Unternehmen verfügen nicht nur über Praxiserfahrung bei der Planung, dem Bau und Betrieb von Windkraftanlagen, sondern auch über entsprechende Finanzmittel. „Uns ist wichtig, dass wir langfristig zusammen arbeiten und die Windkraftanlagen wirtschaftlich betrieben werden“, betont Hoffmann.

    Neu-Anspach stellt als Eigentümer des Waldes die Flächen für den Bau und Betrieb der Windkraftanlagen zur Verfügung. Dafür erhält die Stadt jährliche Pachtzahlungen, erläutert Hoffmann die Rolle der Stadt. „Wichtig ist allen Projektverantwortlichen eine eingriffsminimierende Planung und Ausführung sowie eine enge Abstimmung mit den beteiligten Fachbehörden und den betroffenen lokalen Akteuren“, macht Bürgermeister Klaus Hoffmann deutlich. „Die Bürger werden kontinuierlich über den Projektstand informiert“.  

    Die konkreten Anlagenstandorte wurden von Beginn an mit Vertretern von Hessen-Forst, der Stadt Neu-Anspach und Fachleuten aus dem Bereich Naturschutz mit einem möglichst geringen Eingriff geplant. So können bestehende Forstwege als Zufahrten für die Errichtung des Windparks benutzt werden und auch Kranstellflächen sowie vorübergehende Lagerflächen lehnen sich an das vorhandene Wegenetz an. Ein Großteil der vorübergehend in Anspruch genommenen Flächen kann so nach Errichtung wieder aufgeforstet werden.

    Auch der Standort des Windmessmastes wurde durch die Auswahl von bestehenden Windwurfflächen eingriffsminimierend geplant. In den nächsten Wochen wird mit der Errichtung des Messmastes begonnen, um im folgenden Jahr sehr exakte Windmessdaten zu erhalten.

    Zweite Bürgerinformationsveranstaltung am 13. November 2013

    Selbstverständlich kommen juwi und die Süwag dem Grundsatz der offenen, transparenten Planung nach und informieren gemeinsam mit der Stadt alle Bürgerinnen und Bürger in einer zweiten Bürgerinformation am Mittwoch, den 13.11.2013 um 19.00 Uhr im Bürgerhaus Neu-Anspach, Großer Saal, Gustav-Heinemann-Straße 3. Dort soll der aktuelle Planungsstand sowie der weitere Projektverlauf der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

    Realo der Energiewende

    „Ich freue mich, dass unser gemeinsames Angebot die Stadtverordneten überzeugt hat. Es zeigt, dass wir mit unserer Unternehmensstrategie „grüner und kommunaler“ auf dem richtigen Weg sind. In den kommenden Jahren fließen 100 Millionen Euro unter anderem in den Ausbau erneuerbarer Energien – ein beachtlicher Teil davon in die Nutzung der Windkraft. Alleine hier in Neu-Anspach werden wir als Süwag rund 12,5 Millionen Euro investieren“, erklärt Süwag-Vorstand Zschiedrich das Engagement des Energieversorgers. Ziel beim Ausbau der Windkraft ist für ihn eine langfristige Partnerschaft mit Kommunen, Bürgern und anderen regionalen Akteuren in lokalen Projektgesellschaften. „Denn nur gemeinsam kann man die reale Energiewende vor Ort umsetzen“, ist Zschiedrich überzeugt. Deshalb wurde speziell für Neu-Anspach zusammen mit juwi die „Neu-Anspach Wind GmbH & Co. KG“ gegründet. Beide Unternehmen halten 50 Prozent der Anteile. Die Gesellschaft ist sowohl der Planer, Bauherr als auch Betreiber der Windkraftanlagen, betont der Süwag-Vorstandsvorsitzende.

    Auch beim Wörrstädter Spezialisten für erneuerbare Energien juwi herrscht große Freude über das Vertrauen der Stadt Neu-Anspach und die erfolgreiche Kooperation mit Süwag. „Bei einem solch bedeutenden Projekt seien Vertrauen des Auftraggebers sowie ein starker regionaler Partner nötig. Mit der Stadt Neu-Anspach und der Süwag haben wir diese Partner gefunden“, so juwi-Vorstand Fred Jung. Eine klare Arbeitsteilung und die Nutzung von Synergieeffekten durch effiziente Zusammenarbeit bei den Kernkompetenzen sehen die Unternehmenschefs Knut Zschiedrich und Fred Jung als wichtige Voraussetzungen für das Gelingen des Projektes. So wird sich die Süwagtochter Syna in erster Linie um die Leitungswege und den Anschluss kümmern, juwi übernimmt die Planung der Windräder. „juwi hat sehr große Erfahrung mit Windkraftanlagen an Waldstandorten. Von über 700 realisierten Windrädern haben wir mehr als 170 an über 30 Waldstandorten errichtet, so der juwi-Vorstand weiter.


    Erneuerbare Energien gemeinsam nachhaltig und wirtschaftlich umsetzen

    Durch die Bietergemeinschaft wird auch hinsichtlich des geplanten Anlagentyps eine professionelle Standortplanung betrieben. juwi-Projektleiter Florian Stein erläutert: „In Neu-Anspach kommen modernste Windenergieanlagen speziell für Binnenlandstandorte zum Einsatz. Durch die moderne Technik und weit über 1.000 m Abstand zu den umliegenden Siedlungsflächen wird auch im Betrieb eine möglichst geringe Umwelteinwirkung erzielt. Durch ausreichend hohe Nabenhöhen, große Rotordurchmesser und Abstände zwischen den Windenergieanlagen wird der Wind optimal geerntet und hohe Stromerträge erzielt. Durchschnittlich werden ca. sieben Mio. Kilowattstunden (kWh) Stromerträge je Windenergieanlage und Jahr produziert. Das reicht aus, um den jährlichen Stromverbrauch von weit mehr als 10.000 Privathaushalten durch saubere Energie zu decken.“


    Können sich die Bürger an den Windkraftanlagen beteiligen?

    „Nach Fertigstellung und Inbetriebnahme des Windparks ist geplant, dass die „Neu-Anspach Wind GmbH & Co. KG“ Geschäftsanteile an eine Genossenschaft abgibt. Darüber können sich unsere Bürger dann an dem Windpark beteiligen und somit für die lokale Energiewende engagieren. „juwi setzt bei seinen Projekten immer auf eine möglichst breite Beteiligung von Kommunen und Bürgern. Das generiert regionale Wertschöpfung und steigert die Akzeptanz“, so juwi-Vorstand Fred Jung.


    Über die Süwag Energie AG:

    Die Süwag Energie AG ist eine Aktiengesellschaft mit kommunaler Beteiligung. Das knapp 5.200 Quadratkilometer umfassende Versorgungsgebiet der Süwag und ihrer Tochterunternehmen verteilt sich auf vier Bundesländer: Hessen, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Bayern. Sie sind multiregional aufgestellt und mit zahlreichen Standorten nah an ihren Kunden. Die Unternehmen beschäftigen rund 1.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und bilden jährlich 100 Auszubildende aus.

    „Grüner und kommunaler“ lautet die Strategie der Süwag Energie AG und ihrer Tochterunternehmen, um die Energieversorgung der Zukunft zu gestalten. Dazu gehören grüne Netze, grüne Produkte und grüne Erzeugung. In den Ausbau „grüner“ bzw. dezentraler Erzeugungsanlagen – vorzugsweise aus Biomasse, Wind-, Sonnen- und Wasserkraft – und „grüner“ Netze investiert die Unternehmensgruppe in den nächsten Jahren zusätzlich 100 Millionen Euro. Und das ausschließlich in ihrem Versorgungsgebiet. Dort erzeugen die Süwag und ihre Tochterunternehmen heute bereits mehr als 130 Millionen kWh „grünen“ Strom ausschließlich aus regenerativen bzw. dezentralen Energieerzeugungsanlagen.


    Über die juwi-Gruppe:

    juwi zählt zu den weltweit führenden Spezialisten für erneuerbare Energien mit starker regionaler Präsenz und bietet Projektentwicklung sowie Produkte und Dienstleistungen rund um die Energiewende an. Unser Ziel: 100 Prozent erneuerbare Energien. Unser Antrieb: Mit Leidenschaft erneuerbare Energien wirtschaftlich und zuverlässig gemeinsam durchsetzen. juwi ist der kompetente Partner für eine nachhaltige Energieversorgung mit regionalen Schwerpunkten.

    Gegründet wurde juwi 1996 von Fred Jung und Matthias Willenbacher in Rheinland-Pfalz. Heute beschäftigt das weltweit tätige Unternehmen mehr als 1.800 Mitarbeiter in über 15 Ländern und erzielte im Jahr 2012 einen Jahresumsatz von rund 1,1 Milliarde Euro. Zu den Geschäftsfeldern der juwi-Gruppe zählen vor allem Projekte mit Solar-, Wind- und Bioenergie, aber auch Lösungen für die Direkt- und Eigenversorgung mit Strom und Wärme aus erneuerbaren Energien. juwi entwickelt zudem Komponenten, um Strom aus erneuerbaren Energien günstiger zu machen. Speichertechnologien (z.B. juwi Home Power, der Batteriespeicher für Solaranlagen), nachhaltige Gebäudetechnik und Holzbrennstoffe runden das Portfolio ab.

    Bislang hat juwi im Windbereich über 700 Windenergie-Anlagen mit einer Leistung von etwa 1.400 Megawatt an über 100 Standorten realisiert; im Solarsegment sind es mehr als 1.500 PV-Anlagen mit einer Gesamtleistung von rund 1.300 Megawatt. Diese Energieanlagen erzeugen zusammen pro Jahr rund fünf Milliarden Kilowattstunden Strom; das entspricht in Deutschland dem Jahresbedarf von etwa 1,4 Millionen Haushalten. Im Bioenergie-Bereich kann juwi zahlreiche Referenzen für Holzpellets-Produktionsanlagen, Biogasanlagen und Nahwärmenetze mit Contracting-Lösungen aufweisen. Für die Realisierung der Energieprojekte hat juwi insgesamt in den vergangenen 17 Jahren ein Investitionsvolumen von mehr als fünf Milliarden Euro initiiert.

    Die juwi-Gruppe verfügt über Niederlassungen in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Tschechien, Griechenland, Polen, Bulgarien, Großbritannien, Indien, Singapur, Südafrika, Chile, den USA/Kanada und Costa Rica. In Deutschland hat juwi Niederlassungen und Regionalbüros in mehreren Bundesländern.


    Über die Stadt Neu-Anspach

    Neu-Anspach – die junge Stadt zum Leben und Kommune für den Klimaschutz

    Die Stadt Neu-Anspach - nördlich des Taunuskamms in einer weiträumigen Landschaft im Hochtaunuskreis gelegen – hat eine Größe von 3.614 ha und ist mit 1.564 ha (43 %) Waldfläche und 1.266 ha (35 %) landwirtschaftliche Fläche geprägt. Mit ihren vier Stadtteilen hat die Stadt aktuell 14.903 Einwohner (Stand: 30.06.2013).

    Neu-Anspach gehört zum Rhein-Main-Ballungsraum und liegt verkehrsgeografisch günstig im Kranz gut ausgebauter Bundesstraßen ohne die bebauten Ortslagen zu berühren. Im öffentlichen Nahverkehr gibt es mit der Taunusbahn und zahlreichen Buslinien in den Vordertaunus, die umliegenden Kommunen und nach Frankfurt am Main.

    Durch die regionalplanerische Ausweisung als Siedlungsschwerpunkt (Entwicklungsmaßnahme nach Städtebauförderungsgesetz) wurde Neu-Anspach zu einer bevorzugten Wohngegend für junge Familien und Berufspendler. Mit der städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme kam es seit dem Gemeindezusammenschluss in den 70er Jahren zu hohen Bevölkerungszuwächsen, die fast einer Verdreifachung der Bevölkerungszahlen entsprechen.

    Am 31. Oktober 2007 wurden Neu-Anspach die Stadtrechte verliehen.

    Die Stadt verfügt über zahlreiche und moderne Infrastruktureinrichtungen.

    Neben den gut erschlossenen Wohnbauflächen mit seinen familienfreundlichen Rahmenbedingungen eingebettet in eine weite Naturlandschaft, ist Neu-Anspach auch als Wirtschaftsstandort sehr attraktiv.

    Die Stadt Neu-Anspach engagiert sich bereits seit vielen Jahren für den Klimaschutz und setzt sich ein für eine moderne und erneuerbare Energiegewinnung und Steigerung der Energieeffizienz und Energieeinsparung. Dies zeigen zahlreiche Maßnahmen und Aktionen, wie beispielsweise die Durchführung von Seminaren zum Bau von thermischen Solaranlagen, die Errichtung von Solaranlagen auf städtischen Gebäuden und Einrichtungen, die Unterstützung von Bürgersonnenkraftwerken oder die Einrichtung einer Energieberatung für Bürger.

    Besonders hervorzuheben ist die Ausweisung des neuen Gewerbegebietes Am Kellerborn, das mit seinen 2 Bauabschnitten über eine Nahwärmeversorgung mit Holzhackschnitzeln verfügt, die aus dem eigenen Stadtwald hergestellt werden. Neben den Gewerbegrundstücken wurden auch der Bauhof der Stadt und die Feuerwehr angeschlossen. Die Stadt betreibt mit ihrem Eigenbetrieb Stadtwerke diese Nahwärmeversorgung selbst.

    Auch im Bereich der Elektromobilität ist die Stadt aktiv. Sie nahm teil an dem Projekt „Hessens Kommunen testen emissionsfreien Lieferverkehr“, testete ein Jahr lang ein Elektroauto, das der Stadt vom Energieversorger Mainova AG zur Verfügung gestellt wurde, der auch eine Elektrotankstelle im Gewerbegebiet der Stadt eingerichtet hat.

    Im Jahr 2012 wurden in einem interkommunalen Projekt der Städte Neu-Anspach und Usingen die Voraussetzungen für die Errichtung von drei großen Photovoltaik-Freiflächenanlagen mit insgesamt 6,2 Megawatt Leistung auf der Erdfunkstelle geschaffen. Insgesamt befinden sich hier über 25.000 Module, so dass rund 1.700 Haushalte mit erneuerbarem Strom versorgt werden können.

    Auch auf dem Dach des neuen Rathauses wurde eine PV-Dachanlage für den Eigenverbrauch installiert und eine Pellet-Heizung bringt erneuerbare Wärme.

    Die Stadt Neu-Anspach ist sich der bedeutenden Rolle bewusst, die auch die Kommunen bei der Energiewende haben, ob als Unterstützer, Koordinator, Vorbild, Förderer oder Betreiber eigener regionaler Energiekonzepte. Die Stadt hat sich mit der Unterzeichnung der hessischen Klimaschutz-Charta „100 Kommunen für den Klimaschutz“ verpflichtet, die CO2-Emissionen zu reduzieren, die Energieeffizienz zu erhöhen sowie verstärkt erneuerbare Energien einzusetzen. In diesem Jahr wurde außerdem im Rahmen der Klimaschutzinitiative der Bundesregierung mit Beteiligung lokaler Akteure ein Klimaschutz-Konzept erstellt.

    Aus diesem Bewusstsein heraus entstand auch die Zustimmung für die Errichtung eines Windparks auf städtischen Flächen mit Beteiligung der Bürger, um einen weiteren wichtigen Beitrag zur regionalen Wertschöpfung und erneuerbaren Energiegewinnung zu leisten.